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Konzert-Bericht
 
Ein Leben in Songs

Dirk Darmstaedter
Douglas Firs

Köln, Stereo Wonderland
13.05.2016
Dirk Darmstaedter
Das Älterwerden steht Dirk Darmstaedter gut zu Gesicht. Bei seinem Auftritt im gut gefüllten Stereo Wonderland führt der Hamburger Singer/Songwriter mit amerikanischen Wurzeln mit leichter Hand und bemerkenswerter Gelassenheit durch ein Programm aus Songs, die praktisch sein ganzes (Musiker-)Leben Revue passieren lassen und dabei herrlich unaufdringlich Westcoast-Folk, Pop-Sensibilität und einen Schuss Roots-Rock vereinen. In den Geschichten zwischen den Songs schwingt bisweilen zwar ein bisschen Wehmut mit, doch zum Glück wird es nie nostalgisch, weil der 51-Jährige viel lieber die Lieder aus seinem feinen neuen Album "Beautiful Criminals" spielt, als die alten Hits seiner Band The Jeremy Days aus den späten 80ern und frühen 90ern.
Douglas Firs & Dirk Darmstaedter
Unterstützung erhält Darmstaedter in Köln von Gertjan Van Hellemont, einem 28-jährigen Belgier, der solo und mit Band als Douglas Firs auftritt und im Stereo Wonderland allein mit Akustikgitarre, beeindruckender Lässigkeit und ansteckender Fröhlichkeit einmal das komplette Americana-Spektrum abgrast und trotz bisweilen offensichtlicher Anknüpfungspunkte an die Cosmic American Music von Gram Parsons oder die wundervollen Depri-Balladen von Townes Van Zandt nie nur wie ein Abklatsch seiner Idole klingt. Kein Wunder also, dass Darmstaedter gerne für zwei Nummern die zweite Gitarre und Gesangsharmonien beisteuert und Van Hellemont auch während seines eigenen Sets noch einmal auf die Bühne bittet. Schließlich assistiert der junge Tausendsassa seinem älteren Kollegen nicht nur musikalisch. So muss sich Darmstaedter bei den gemeinsamen Songs noch nicht einmal mehr merken, an welchen Bund der Kapodaster gehört - sein belgischer Mitstreiter klärt ihn gerne auf!
Dirk Darmstaedter
Obwohl Darmstaedter nach deutlich mehr als einem Dutzend Platten eigentlich genug eigene Songs im Repertoire hat, eröffnet er sein 90-minütiges Set in Köln mit einer Coverversion, die ihn schon seit Jahren begleitet - Loudon Wainwrights "Motel Blues". Vielleicht brauchte er aber auch einfach nur eine geschickte Überleitung zu "Learn To Love What's Killing Me", das er in einem Etap-Hotel geschrieben hat? Schnell fällt nämlich auf, dass sich Darmstaedter Gedanken gemacht hat zu seinem Programm - die Lieder und Geschichten fließen praktisch bruchlos ineinander. Viele der Anekdoten, mit denen die Songs eingeleitet werden, handeln zwar vom harten Dasein als Künstler unterhalb des Radars des Mainstreams und sind in ihrem Kern nicht lustig, dennoch findet der Charmeur und Entertainer Darmstaedter immer wieder Wege, sich und sein Publikum zum Lachen zu bringen. Wenn er von fehlgeleiteten Karriere-Ratschlägen Herbert Grönemeyers, den divenhaften Marotten Lloyd Coles, den lebensrettenden Popsongs der Smiths oder Auftritten bei Hochzeiten in der Kirche ("Hätte ich da 'Won't Die For You' gespielt, wäre das die völlig falsche Botschaft gewesen!") erzählt, ist offensichtlich, dass Darmstaedter glücklich mit dem ist, was er erreicht hat, auch wenn nicht die ganz große Popstar-Karriere dabei herausgekommen ist. Inzwischen kann er sogar über die Ausreden lachen, die ihm seine mit ihm in die Jahre gekommenen Fans für den Nicht-Besuch seiner Konzerte auftischen - zumindest, wenn sie "Ich habe Eigentümerversamnmlung" lauten...

Am Ende des Auftritts mischen sich mit "Julie Thru The Blinds" und "Beautiful Love" auch noch zwei alte Stücke aus Jeremy-Days-Zeiten unter seine Solosongs, und die unterstreichen, dass sich eigentlich in den letzten 25 Jahren gar nicht so viel verändert hat - geschmackvoll, schlau und erwachsen waren Dirk Darmstaedters Songs schließlich auch schon damals.

Surfempfehlung:
www.dirkdarmstaedter.com
facebook.com/Dirk-Darmstaedter-144543268935944
www.douglasfirs.be
www.facebook.com/douglasfirs
Text: -Simon Mahler-
Fotos: -Simon Mahler-


 
 

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