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Schüchtern beim ersten Date

Black Oak

Wuppertal, Hutmacher @ Utopiastadt
10.12.2016

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Black Oak
Black Oak mögen offenbar Bahnhöfe, ganz besonders die in Wuppertal. Bei ihrem letzten Gastspiel im Bergischen Land waren Geert van der Velde (The Black Atlantic) und Thijs Kujken (I Am Oak), damals noch als Solisten unterwegs, im Bürgerbahnhof Vohwinkel aufgetreten, nun gastierten sie mit ihrem gemeinsamen Indiefolk-Projekt im ehemaligen Mirker Bahnhof, in dem sich inzwischen die Utopiastadt (Eigenwerbung: Kultur, Wissen, Kunst, Politik, Bierchen, Raum) breitgemacht hat. "Beim nächsten Mal spielen wir dann in der Schwebebahn", meinte Geert schelmisch, bis ihm einfiel, dass er ja eigentlich unter Höhenangst leidet...
Bestuhlt war der Saal an diesem Abend, doch das ist nicht nur der besinnlichen Weihnachtsstimmung (mit Christbaum auf der Bühne) und dem gedämpften Sound der musikalischen Gäste geschuldet, sondern dem Vernehmen nach auch der wilden Weihnachtsfeier, die am Abend zuvor durch die Utopiastadt gefegt war. Entsprechend ruhig, nein, still war das Publikum dann auch während des rund einstündigen Auftritts, doch die Band nahm's mit Humor: "Das ist ja heute unser erstes Date, ist schon okay, wenn ihr noch ein bisschen schüchtern seid", witzelte Geert. Gefunden hatten sich die Masterminds von The Black Atlantic und I Am Oak ("Daher unser so einfallsreicher Bandname", erklärte Kuijken grinsend) auf der eingangs bereits erwähnten gemeinsamen Tournee, auf der die beiden eigentlich getrennt voneinander aufgetreten waren, bis die zusammen absolvierte Zugabe zusammenwachsen ließ, was irgendwie schon längst zusammengehörte.
Denn wenn der eine eher britisch inspiriert ist und der andere nach Amerika als leuchtendes Vorbild schaut, sind die Holländer doch beide in Folk-Zirkeln zu Hause und vereinen nun auf der Bühne wie schon auf ihrem im Sommer veröffentlichten Debüt "Equinox" das Beste aus ihren beiden Bands. Als modernen Akustik-Pop beschreiben sie selbst ihre Musik, die ruhig, angenehm dunkel gestimmt, aber im Fleet Foxes'schen Sinne ohne allzu ambitionierte Ecken und Kanten auskommt, aber auch nicht im Pathos baden geht. Begleitet von zwei Mitstreitern an Bass und Schlagzeug setzten sie in Wuppertal ihren immer etwas mystisch vernebelten Leisetreter-Sound und ihre Texte über die Irrungen und Wirrungen der menschlichen Existenz im 21. Jahrhundert behutsam, aber stets gekonnt in Szene und überzeugten vor allem mit ihren samtig weichen Gesangsharmonien, bei denen sich Thijs tiefere, melancholisch gefärbte Stimme bestens mit Geerts hellerem Timbre verband. Auch wenn die Band kein wirkliches Alleinstellungsmerkmal hat - am Ende wachte sogar das zuvor so bedächtige Publikum auf und verlangte dem Quartett sogar noch eine erst gar nicht für möglich gehaltene Zugabe ab, bevor es hinaus in die regnerische Nacht ging.

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Surfempfehlung:
facebook.com/blackoaktheband
blackoaktheband.bandcamp.com
Text: -Simon Mahler-
Foto: -Simon Mahler-


 
 

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