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Konzert-Bericht
 
Verloren in der Zeit

Konni Kass

Köln, Yuca Club
02.02.2017

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Konni Kass
Als auf dem letzten Reeperbahn Festival der Anchor-Award als Preis für den besten Live-Newcomer ins Leben gerufen wurde, gehörten Konni Kass von den Faröer Inseln und ihre Band zu der ersten Riege der Kontestanten. Zwar ging der Preis am Ende dann doch an Albin Lee Meldau - jedoch konnte sich die quirlige junge Dame bei ihrem Auftritt im Imperial Theater mit ihrem originellen musikalischen Ansatz gleich viele potentielle neue Fans erspielen. Nachdem vor kurzem nun auch die Debüt-CD "Haphe" erschien, war Konni zusammen mit ihrer Band nun auch auf Headliner-Tour in unseren Breiten unterwegs.
Dabei gehört die Faröerin zu einer Gattung von Musikerinnen, die besonders einfach zu begreifen sind. In der Welt von Konni Kass gibt es nämlich keinen Platz für musikalischen Unsinn. Der Titel ihrer CD - "Haphe" - ist dem Griechischen entlehnt und bedeutet im weitesten Sinne "Verbindung" (freilich in der dem Latein übernommenen Bedeutung auch "Sand"). Diesen Titel wählte Konni, weil sie erstens keinen geeigneteren Songtitel finden konnte und zweitens, weil es ihr in ihrer Musik - und natürlich auch der Darbietung - um die Verbindung als solche geht. Die Verbindung zwischen Performerin und Publikum, zwischen Komponistin und Band, zwischen Klang und Emotion und zwischen Melodie und Rhythmus. Als weiteres Thema kommt noch der Lauf der Zeit hinzu, der in dem entsprechend betitelten Stück "Time" - auch im Live-Kontext - relativiert wird: Konni singt hier davon, dass sie sich in der Zeit verlöre - was aber nichts anderes bedeutet, als dass sie und ihre Musiker sich dem Fluss der Zeit - bzw. des Songs - hingeben, was sich dann als gemeinschaftliches Erlebnis auch auf das Publikum überträgt.
Was Konnis Musik dabei auszeichnet, ist ihre Einzigartigkeit. Zwar verfolgen Konni und ihre Musiker (die für sie sehr wichtig sind, da sie die Soundelemente und Grooves zu ihren Kompositionen hinzufügen) einen Ansatz, wie ihn durchaus auch andere skandinavische Acts verfolgen und hantieren mit elektronischen Versatzstücken und elfenhaftem Gesang, ABER: Konni Kass ist eben keine verhuschte, skandinavische Waldelfe, sondern eine quirlige, originelle Musikerin, die mit beiden Beinen auf dem Boden steht und die ganz genau weiß, was einen guten Song auszeichnet. Etwa eine memorable Melodie oder ein mitreißender Groove. Dabei kommen Konni und ihre Jungs mit bemerkenswert wenigen Zutaten aus: Eine Gitarre findet sich zum Beispiel ebensowenig wie eine Batterie von Computer-Keyboards. Obwohl zum Beispiel mit Synthies hantiert wird und sowohl Konni selbst wie auch Bassist Knut Háberg Eysturstein über gewaltige Effektsammlungen verfügen, kommt der Kass-Soundmix niemals steril oder künstlich daher, sondern - ganz im Gegenteil - betont organisch. Konni selbst konzentriert sich weitestgehend auf ihren Gesang und lebt diesen auch vergleichsweise expressiv aus. Das auch deshalb, weil es ihr nicht um die Worte geht, aus denen sie ihre Texte bastelt, sondern weil sie ihre Emotionen durch den Klang ihrer Stimme ausleben möchten. Das funktioniert sehr gut - auch deswegen, weil die Musiker bei allem munteren, spontanen Miteinander, Konnis Gesang niemals zuschütten. Als besonderes Bonbon erlaubt sich Konni den Rückgriff auf ihre Jazz-Vergangenheit, indem sie punktuell zu ihrem Saxophon greift - und hier dann auch für ordentlichen Drive im allgemeinen Jam-Modus der Band sorgt. Nicht nur durch die minutenlangen Sax-Soli und die ausgedehnten Zwischenspiele der Band geraten so die Performances zu echten Live-Versionen, die mit den Studio-Aufnahmen zuweilen bloß noch das Thema gemein haben. Insgesamt überzeugten Konni und ihre Musikanten mit dieser Show als origineller und einzigartiger Live-Act mit einem ganz eigenen Sub-Genre. Und sowas muss man in Zeiten wie diesen auch erst mal hinbekommen.

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Surfempfehlung:
www.facebook.com/konnikassmusic
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konnikass.lnk.to/Haphe
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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