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Weniger ist mehr

Seth Lakeman

Essen, Grend
11.02.2017

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Seth Lakeman
Seth Lakeman gehört zu den Pionieren der britischen New-Folk-Bewegung, wurde gleich für sein 2004er-Debüt "Kitty Hawk" für den renommierten Mercury Prize nominiert und schaffte 2008 das Kunststück, mit der LP "Poor Man's Heaven" in die britischen Top 10 einzuziehen und sagenhafte 100.000 Exemplare zu verkaufen. Damit machte der singende Geiger gewissermaßen den Weg frei für den Mainstream-Erfolg von Kollegen wie Mumford & Sons. Doch wie das so ist mit den Pionieren: Während die Marcus Mumford und die Seinen inzwischen jede Mehrzweckhalle in den Metropolen rund um den Globus füllen, tingelt Lakeman durch die deutsche Provinz von Worpswede über Wuppertal undKirchheim-Teck bis nach Knittlingen. Auch im Essener Grend machte er Station. Wie schon auf seinem wenige Tage zuvor veröffentlichten Album "Ballads Of A Broken Few" hieß es dort: Weniger ist mehr.
Überzeugte der sympathische Brite in der Vergangenheit oft mit vor Energie sprühenden Bandkonzerten und tanzbaren Rhythmen, steht er im kleinen Konzertsaal des Grend ganz allein auf der Bühne und gibt mit den spartanisch instrumentierten, intensiven Songs (nicht nur) aus seinem neuen Album dieses Mal nicht den Rockstar unter den Folkies, sondern den Balladen-Sänger oder den Blues-Barden, der das Publikum mit seinen Liedern zum Zuhören zwingt. Damit knüpft er an die Ursprünglichkeit des "Ballads Of A Broken Few"-Albums an, das Produzent Ethan Johns live in einem alten jakobinischen Herrenhaus in Somerset mit nur einem einzigen Mikrofon eingefangen hatte. Was in Essen fehlt, sind die feinen Frauenstimmen des Gesangstrios Wildwood Kin, die auf der Platte den oft rauen Klang der Songs abfedern. Live dagegen setzt Lakeman ganz auf den rustikalen Klang seiner Stimme, wenn er sich selbst mit Akustikgitarre, Bouzouki oder Geige begleitet und dazu die Bassdrum traktiert, und auf seine Qualitäten als Entertainer und Charmeur, der in kleinen Venues wie dem Grend seinem Publikum direkt in die Augen blicken kann. Dabei fabuliert er von Ex-Freundinnen, Lokomotivführern und seiner Heimatstadt Dartmouth und animiert das Publikum nicht nur beim Trinksong "Portrait Of My Wife" mit dem Refrain "Raise your glass tot he one you love" immer wieder erfolgreich zum Mitsingen. Am Ende des 75-Minuten-Auftritts muss sogar eine zweite Zugabe her, bei der Lakeman Bob Dylans "Blowin' In The Wind" singt und aus der amerikanischen Hymne kurzerhand eine englische Volkweise macht - ganz und gar professionell, aber trotzdem mit Herz.

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Surfempfehlung:
www.sethlakeman.co.uk
facebook.com/sethlakeman
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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