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Go with the flow

Itasca

Köln, King Georg
22.03.2017

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Itasca
Das ist ja gerade noch mal gut gegangen: Als sich die Zuschauer im King Georg beim Köln-Debüt von Kayla Cohen alias Itasca schon damit abgefunden hatten, wieder mal ein Konzert auf rein akustischer Basis goutieren zu müssen, drehte ein barmherziger Mitarbeiter den entscheidenden Spot doch noch in Richtung der im Halbschatten sitzenden Kayla und ihrem Steel-Guitar-Begleiter, so dass man zumindest ansatzweise erkennen konnte, was die junge Dame aus L.A. da eigentlich so trieb.
Itasca ist dabei eine Art Gesamtkunstwerk und eine halbe Kunstfigur, in die sich Kayla musikalisch verwandelt. Aus dem See Itasca in Minnesota entspringt der Mississippi. Und dort ist es so schön, dass sich Kayla genötigt sah, diesen als Namenspaten für ihr Projekt heranzuziehen. Das hat insofern eine tiefere Bedeutung, als dass sich Kayla vornehmlich von der sie umgebenden Natur musikalisch inspiriert sieht. Vielleicht haben deswegen ihre virtuos vorgetragenen, akustischen Folksongs, die die studierte Gitarrenlehrerin abwechselnd auf der 6- und 12-saitigen Gitarre vorträgt, einen fast durchgängigen Flow, dem sich nicht nur die Performerin, sondern auch das Publikum über kurz oder lang fast zwangsläufig hingibt. Die konsequent in vintage 70s-Kleidung gewandete Kayla lässt sich jedenfalls gerne von ihrer Musik dahintreiben. Das soll keineswegs eine Kritik sein, denn der meditative Charakter ihrer vielfringrig/filigran angerichteten Gitarren-Kadenzen ist dermaßen mit interessanten Harmoniewendungen, musikalischen Details und wieselflinken Akkordfolgen angereichert, dass es tatsächlich zu keiner Sekunde langweilig - geschweige denn etwa vorhersehbar - wird. Im Wesentlichen ist das, was Kayla da treibt, ein musikalisches Äquivalent zum berühmten "Stream Of Consciousness". Dazu gehört auch, dass ihren (im Gegensatz zu ihren Tonträgern erfreulich häufig eingesetzten) Vocals zunächst eine klangmalerische Qualität zukommt und erst dann eine inhaltliche Bedeutung. Die Beiträge ihres Pedal-Steel Maestros Dave Mcpeters bilden dabei die ideale atmosphärische Ergänzung - denn Dave hält sich wohlweislich von jeglichen Country-Referenzen fern und pflegt stattdessen eine leicht psychedelische Note in seinem Spiel.
Das Programm, das Kayla an diesem Abend präsentierte, bestand zum Teil aus Tracks ihrer letzten CD "Open To Chance", dem EP-Track "Marcy Rain" und dann aus Nicht-LP-Nummern, die teilweise wohl neueren Charakters sein dürften. Insgesamt ist zu berichten, dass Kayla das Material etwas schneller spielte als auf den Tonkonserven und dass sie dieses ziemlich introvertiert tat. "Ich will eigentlich gar nix sagen", meinte sie, als sie sich mal dazu hinreißen hatte lassen, dass sie das King Georg "cool" fände. Man muss ja auch nicht immer etwas sagen - zumal, wenn die Musik dann eigentlich auch selbsterklärend ist. Am Ende war dieses mal eine Performance ohne Show, bei der es tatsächlich einfach nur um die Musik ging. Fast schon ungewöhnlich dieser Tage...

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Surfempfehlung:
www.itascalosangeles.com
www.facebook.com/Itasca
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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