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Wir sind alle seltsam

Sierra Noble

Köln, Die Lichtung
13.09.2017

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Sierra Noble
Sierra Noble hat schon so Einiges hinter sich - was aber auch kein Wunder ist, denn die kanadische Songwriterin begann ihre musikalische Laufbahn schon als Wunderkind mit 14 Jahren. Allerdings zunächst als Instrumentalistin. Ihre Vorliebe für altmodische kanadische Midwestern-Folkmusik führte nämlich dazu, dass sie zunächst ausschließlich instrumental als Geigerin unterwegs war, bevor sie dann mit dem Song "Possibilities", der in diversen US-Fernsehserien gespielt wurde, ins Songwriter-Lager wechselte. Nach einer Art Lehrzeit in New York und Nashville, wo sie je zwei Jahre verbrachte - was sich bis heute auch in ihrer Musik niederschlägt -, zog die in Ottawa geborene Musikerin nach Winnipeg in der Mitte ihres Heimatlandes und nahm dort 2016 ihre aktuelle LP "City Of Ghosts" auf, die eine Art Resümee der letzten acht Jahre ihres rastlosen Musikerlebens darstellt.
Das alles erfuhren die Zuhörer, die den Weg in die Kölner Lichtung gefunden hatten, von Sierra selbst, die keine Probleme damit zu haben scheint, ihre persönliche Historie als Teil der Performance mit dem Publikum zu teilen. Das ist insofern ja ganz angenehm, als das viele Künstler sich ja schwer damit tun, ihre Kunst jenseits des eigentlichen Vortrages zu erklären. Nicht so Sierra Noble, die somit auch die Songs ihres aktuellen Albums anschaulich erläuterte - zum Beispiel die aktuelle Single "Be Who You Be". "Als Jugendliche habe ich mich immer als Außenseiterin gefühlt", erklärte Sierra zum Beispiel, "ich dachte immer, ich sei anders als andere und fühlte mich seltsam. Bis mir dann klar wurde, dass wir ja eigentlich alle irgendwie seltsam sind - und es gerade das ist, was die Welt zum strahlen bringt." Das ist sehr schön formuliert und ja auch irgendwie richtig. Kurzum: Als Songwriterin hat Sierra durchaus ein Händchen dafür, eigentlich banale Weisheiten auf schlüssige Art in Form persönlicher Beobachtungen in ihren Songs zu verwursteln. Das mag auch damit zusammenhängen, dass sie sich - neben anderen musikalischen Stilen - insbesondere der klassischen Country Musik verbunden fühlt. Ihre Lieblings-Songwriterin ist zum Beispiel Patti Griffin, deren Song "No Bad News" sie demzufolge auch mit ihrer Band in einer mitreißenden Version darbot - und zwar aus genau diesem Grund: Auch Patti Griffin schafft es in ihren Songs banale Weisheiten in persönlicher Form als eine Art Lebenshilfe zu verarbeiten; durchaus wie in "No Bad News".
Was Sarahs eigene Musik angeht, so hat die langjährige Betätigung natürlich Spuren hinterlassen: Ausgehend von Old-School-Fiddle Musik (die zuweilen in Polka, Squaredance oder Two-Step-Seligkeit ausartet - auf der anderen Seite aber auch mit Irish-Folk, Jazz und Bluegrass-Elementen durchzogen sein darf) hat sich Sierra auf countryeske Folk-Balladen auf der einen Seite und druckvollen Country-Rock auf der anderen spezialisiert (zumindest, was die Tracks von "City Of Ghosts" betrifft) - eine Richtung auf die sie wohl gekommen sein muss, als sie als Support von Acts wie Bon Jovi, Kid Rock oder Paul McCartney einem größeren Publikum auftrat. Musikalisch präsentierte Sarah die Tracks abwechselnd mit der Fiedel und der Gitarre und konnte sich dabei auf eine brillante Band verlassen, die mit Songwriter-Kollege Kris Ulrich auch einen ausgezeichneten, wandlungsfähigen und vielseitigen Gitarristen und mit Bassistin Marie-Josée (kurz "MJ") Dandeneau eine regelrechte Veteranin der kanadischen Musikszene beinhaltet (MJ hat schon mit so ziemlich allen kanadischen Acts und einigen US-Kollegen wie Ben Harper oder den Violent Femmes zusammengearbeitet). Dass Sierra ihre Vorliebe für Old-School-Fiddle-Music natürlich bei all dem nicht verloren hat, zeigte sie, als die Band als letzten Song der Show ein mitreißendes Potpourri spielte, in der vom klassischen Ragtime über Irish Folk bis hin zum jazzigen Prog-Rock so ziemlich alle Spielarten, die man auf einer Fiedel jenseits ihrer klassischen Funktion ausüben kann, zum tragen kamen. Zur Zeit befindet sich Sierra auf einer ausgedehnten Europa-Tour, die bis zum Ende des Monats andauert.

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Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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