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Konzert-Bericht
 
Ganz schön verändert

Daniel Romano

Krefeld, Kulturrampe
10.10.2017

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Daniel Romano
War in der Vergangenheit von Daniel Romano die Rede, dann waren die beiden Schubladen Country und Folk nie weit. Das wurde dem kanadischen, auch abseits der Musik vielseitig interessierten und beschäftigten Tausendsassa ("A young man with an old mind and some nice suits" - Selbstbeschreibung) wohl mit der Zeit ein wenig zu langweilig, denn wie schon auf seinem aktuellen, siebten Album, "Modern Pressure", erfindet sich Romano nun auch auf der Bühne mit deutlichem Power-Pop-Einschlag und einem psychedelisch umspülten Sound der 60er- und 70er-Jahre neu.
Wer in der Krefelder Kulturrampe an diesem Dienstagabend einen Cowboy erwartet hatte, der von seinem Pferd steigt, die Pedal Steel auspackt und in Country-Seligkeit schwelgt, wird schon beim Blick auf die Bühne eines Besseren belehrt. Rickenbacker-Bass, Farfisa-Orgel und ein Keith-Moon-würdiges Drumset mit Double-Bassdrum weisen Romano und die Seinen im Jahr 2017 als ausgemachte Verfechter des Retro-Pop aus, die ähnlich wie ihr Bruder im Geiste Brendan Benson klanglich immer wieder das Mitt-60er-Oeuvre von Bob Dylan streifen, dem Frühwerk von Tom Petty einen Besuch abstatten und das Ganze mit so viel Wucht vortragen, dass auch The Who ihre Freude daran gehabt hätten. In der Tat endet "Gone, Gone, Gone" mit einem kurzen, frenetischen Abstecher zu "My Generation". Dabei legen Romano und seine Mitstreiter stets eine an Arroganz grenzende Coolness an den Tag, dass man sich unweigerlich an die Ramones erinnert fühlt. Passenderweise taucht dann zur Mitte des knackig kurzen Sets auch ein herrlich wildes "I Wanna Be Sedated" auf!
Rückbezüge auf die Vergangenheit bleiben die Ausnahme. "A New Love (Can Be Found)" inszeniert Romano mit stimmlicher Unterstützung seiner Freundin und Organistin Kay Berkel als herzerweichende Crooner-Nummer, bevor er bei der Zugabe mit "Runner" zum ersten und einzigen Mal wirklich zu dem satten Americana-Sound zurückkehrt, der bis vor Jahresfrist noch sein Markenzeichen war. Abgesehen davon ersetzt er live inzwischen jegliche Anflüge von Besinnlichkeit durch ungezügelten Rock-Wumms. Das tut er allerdings so überzeugend, dass er den überwältigenden Teil seines Publikums in Krefeld trotz unerwarteter Wucht und Lautstärke spielend begeistern kann.

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Surfempfehlung:
www.danielromanomusic.com
facebook.com/danielromanomusic
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Carsten Wohlfeld-


 
 

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