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Aber jetzt.

Booze Cruise Festival

Hamburg, Molotow, Hafenklang, Nochtwache
24.06.2022/ 25.06.2022/ 26.06.2022
Lagwagon
Jetzt endlich. Endlich wieder Booze Cruise Festival in Hamburg, endlich wieder Punkrock in kleinen und kleinsten Clubs rund um den Hafen. Mit nicht dem gleichen ursprünglich geplanten Line Up wie vor der Pandemie, denn ohne Hot Water Music und auch ohne MakeWar, The Menzingers und Spanish Love Songs. Aber weiterhin mit einem wunderbaren Programm, mit ganz viel spannenden Bands und weiter mit Good Riddance und Lagwagon. Und als neuer Headliner mit den Get Up Kids. Ein Fest.
Ein Fest, bei dem niemand alles erleben kann. Good Riddance auf dem Boot, wenn andere arbeiten müssen. Shoreline covern Green Day, während die ersten schon schlafen, Tigers Jaw zeitgleich mit Jeff Rowe. Und so weiter. Und so fort. Und so gut. Chartreux zum Beispiel nachmittags im Molotow. Draußen heiß, drinnen eng, was für ein herrliches Geprügel voller Melodie und Leidenschaft, was für eine sympathische Band. Passend dazu feierte ihr Label Gunner Records im Backyard des Molotows 15. Geburtstag. Stimmig. Beste Stimmung überall. Erst auch beim Soundcheck von The High Times im Backyard, dann natürlich bei Little Teeth, die mit Ersatzmann am Bass, aber trotzdem unglaublich gut spielten (und sich mal wieder als die besseren The Gaslight Anthem entpuppten). Direkt danach dann zockten auch noch The High Times und Arterials im selben Laden, doch langsam stiegen Vorfreude und Neugier. Lagwagon. Im Molotow Backyard. Wann sieht man diese Band auf so einer Bühne?
Aber: Cape ist nicht fit, schon im Vorfeld sagte die Band alle weiteren Shows ab und kündigte an, nach der Show in Hamburg ihre Europa-Tour abzubrechen. Oh nein, Angst, Sorge! Aber was macht Joey Cape auf der Bühne? Trinkt einen Kurzen nach dem anderen und liefert ab. Sehr solide, sehr charmant und damit das, was man von Lagwagon erwartet. To All My Friends und so. Es wurde nach einer etwas unterkühlteren Anfangsphase eine richtig schöne Sache, eine Stunde und etwas mehr mit massig Hits und Klassikern, mit feiner Laune auf und vor der Bühne und am Ende mit einem crowdsurfenden Lagwagon-Bassisten Joe Raposo. Weird but beautiful nannte Cape das Konzert.

Beautiful war es auch in anderen Clubs als dem Molotow. Captain Asshole spielten eine starke Show in der Nochtwache, die wüsten Hardcorepunk-Ikonen Career Suicide zerstörten den Goldenen Salon mit Hafenblick, was durchaus beeindruckend, aber doch nichts für jeden etwas war, und 100 Kilo Herz sollten einen Stock tiefer im Hafenklang spielen. Doch man hatte Soundprobleme und diskutierte in voller Bandstärke auf der Bühne stehend mit der Dame am Mischpult. Vor Publikum. Eine halbe Stunde dauerte das, eher etwas länger. Danach ging die Band auch noch pinkeln, wieder warten, dann Intro... dann aber Hit auf Hit. Ein Fest. Und weil parallel noch die wunderbaren All Aboard im gut gefüllten Salon spielten und draußen auch noch die Hafenromantik auf einen wartete, wusste man ganz genau: Booze Cruise Style. Einzigartig.
Surfempfehlung:
hamburg.boozecruise.de
www.facebook.com/boozecruise
www.instagram.com/boozecruisefestival
Text: -Mathias Frank-
Foto: -Mathias Frank-

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