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KOLARI
05.09.2017

Kolari "Müsste man sie einfach mal fragen" schrieben wir in unserer durchaus euphorischen Rezension zur neue Kolari-Platte "Fear/Focus", die vor einigen Tagen auf Sportklub Rotter Damm erschienen ist. "Kolari klotzen ganz schön, mit einer Menge Wut, mit Aggressionen, mit Dissonanzen und Melodien, mit Hardcore und einer verdammt noch mal beeindruckenden Intensität." Stand da unter anderem. Und dann eben auch: "Doch wie machen Kolari das? So was schreibt, geschweige denn spielt man doch nicht entspannt im Sitzen, da muss man doch austicken beim Ausdenken. Müsste man sie einfach mal fragen." Und das haben wir gemacht, Gitarrist Robert hat geantwortet.

Wie schreibt ihr Musik und nehmt sie auf? Gemeinsam oder alleine? Sitzend, stehend, tanzend?
Robert: Hahaha! Nein, das läuft alles viel gesitteter ab, als du dir das wohl vorstellst. Was schon mal anders als in allen Bands ist, die ich so vorher hatte, ist, dass sich wirklich alle beim Schreiben beteiligen. Jeder hat irgendwie zur Entstehung der Songs beigetragen. In meinem Fall läuft es meist so, dass ich zuhause auf der Gitarre unverstärkt vor mich hin spiele und irgendwann ist da ein Riff oder eine Idee, die mich nicht mehr loslässt. Und an der wird dann eben entweder erstmal alleine oder dann mit allen im Proberaum weitergearbeitet. Meist mit viel drüber reden, sich uneinig sein, Sachen doof finden und irgendwann macht es Klick und ein Song ist da, den alle gut finden. Und dann setzen wir uns nochmal meist zu zweit oder dritt zusammen und basteln darauf die Vocals. Und die Aufnahme ist nochmal ein völlig anderer Fall. Da haben wir alle nacheinander aufgenommen. Meistens im Sitzen.

In unserer Rezension haben wir auch geschrieben: "Ist da ein Such A Surge-Einfluss zu hören? Kennen die Such A Surge überhaupt noch? Müsste man Kolari eigentlich auch mal fragen." Ist da ein Such A Surge Einfluss?
Robert: Ich persönlich war ein riesiger Crossover-Fan in den 90ern und habe Such A Surge sicher ein halbes Dutzend Mal live gesehen. Mein roter Pulli mit dem Surge Schädel zählte auch jahrelang zum Lieblingsmerch, bis er irgendwann quasi auseinanderfiel. Also ja, die Band ist definitiv bekannt bei uns. Ich denke aber nicht, dass die Platten von damals einen großen Einfluss auf uns als Band haben. Sicher speziell in meiner musikalischen Sozialisation, aber es schlägt sich nicht im Songwriting oder so nieder. Würde mich ja mal interessieren, wo du das für dich heraus hörst.

Rezension, Teil 3, letzter Teil. Es fielen Namen wie Defeater und Glassjaw und Modern Life Is War und Touché Amoré - einverstanden oder komplett vorbei? Welche Band hätten wir unbedingt erwähnen müssen?
Robert: Diese Frage kann ich nur mit einem klaren Jein beantworten. Für mich sind Glassjaw und Modern Life Is War sehr wichtige Bands, aber im Gesamtkontext von Kolari nehmen Norma Jean, Every Time I Die, John Coffey, Poison The Well oder auch The Chariot einen deutlich höheren Stellenwert ein. Das sind so die Bands, auf die wir uns alle einigen können und die somit auch sicherlich irgendwo Pate standen für unsere Musik. Aber ich finde, dass wir es schaffen unsere sehr unterschiedlichen, individuellen Einflüsse gut unter einen Hut zu bekommen und daraus ein eigenes Süppchen zu kochen.

Wie ist es so auf dem Sportklub Rotter Damm? Was ist besonders super und was nervt euch richtig?
Robert: Es ist ganz schön toll da, weil unsere drei Cheftrainer neben ihrer langjährigen Erfahrung im Musikbusiness und den daraus resultierenden Kontakten vor allem jede Menge Herzblut in die Sache stecken. Und es eben nicht in erster Linie darum geht jetzt den neusten Hit zu fabrizieren, sondern Musik, die die drei selber feiern, unter die Leute zu bringen. Nerven tut mich nur, dass unser "Sportfest" dieses Jahr leider ausfällt und wir somit nicht so bald mal mit allen zusammen auf die Platte anstoßen können.

Wie alt seid ihr eigentlich, was macht ihr neben der Band, was würdet ihr neben und mit der Band am liebsten machen?
Robert: Wir sind alle Ü30 und arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen. Ich z.B. studiere Soziale Arbeit und bin ebenfalls schon in dem Bereich beruflich tätig. Das ist für mich auch genau das Richtige "neben" der Band. Ich habe für mich irgendwann entschieden, dass ich gerne etwas machen möchte, was mir am Ende des Tages ein gutes Gefühl gibt und sich sinnvoll anfühlt. Und das ist für mich eben irgendwie nicht Profit für andere zu generieren. Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn wir von der Musik leben könnten und einfach so viel live spielen wie irgendwie möglich. Das ist aber verdammt unrealistisch und deswegen passt das alles schon gut so.

Tourdaten:
06.09. Berlin, Musik & Frieden
07.09. Frankfurt, Ponyhof
08.09. Hamburg, Headcrash


 
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