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Lebowski - Cinematic

Lebowski - Cinematic
Eigenveröffentlichung
Format: CD

Dass auch diese Dudes aus Polen (nicht zu verwechseln mit z.B. www.myspace.com/lebowskidublin oder www.myspace.com/thebiglebowskitrio) sich nach dem Film "The Big Lebowski" der Coen-Brüder benannt haben, wird allein schon durch den Namen ihres Debütalbums deutlich, das sie überdies fünf Größen der polnischen Filmemacherszene gewidmet haben. Das Verwobensein mit der Lichtspielkunst wird zudem durch die dezenten, aber Atmosphäre-aufbauenden Einspielungen von Samples aus (polnischen) Filmen sehr deutlich. Im Gegensatz zu der Komödie mit Jeff Bridges in der Hauptrolle ist "Cinematic" aber ein Roadmovie.

Noch selten hat eine Musik so angenehm und doch zwingend den Eindruck vermittelt, unterwegs zu sein. Beispielsweise mit diesem Soundtrack auf den Ohren durch eine lichtglitzernde, nächtliche Stadt zu radeln, ist eine hypnotische und dabei sogar legale Erfahrung. Im verschwenderisch schön gestalteten Booklet schreiben es die Künstler auch selbst: "Dooha is the beginning of a journey" (das erste Stück des Albums) Womit das seit 2002 bestehende Quartett eigentlich diesen Effekt erzeugt, unterwegs zu sein, ist bei der Vielseitigkeit der Musik auf diesem über eine Stunde laufenden Album nicht ganz leicht dem auszumachen. In jedem Falle hat es viel mit dem unaufhaltsamen Flow der Grooves von Drummer Krzysztof Pakula zu tun. Und mit den Geschichten vom Straßenrand, die Gitarrist Marcin Grzegorczyk zu erzählen versteht... Vielleicht auch mit den vielen Leerstellen, die diese nicht totproduzierten, sondern "luftig" gebliebenen Kompositionen bieten. Bis auf besagte Samples und Gast-Vocals von Katarzyna Dziubak bei "137 Seconds" (die auch wunderbare Violinenparts auf "Old British Spy Movie" beisteuert) ist "Cinematic" nämlich ein Instrumental-Album. Und dennoch erlebt man nicht nicht nur einen Bilderfluss, sondern es formen sich durchaus auch Geschichten dazu.

Die Hammered Dulcimer-Sounds von "137 Seconds" kennt man von zahlreichen Songs des Alan Parsons Project, ansonsten dominieren hier Marcin Luczajs Moog-Synthie sowie Fender Rhodes und Katarzynas textfreier Gesang zwischen Lisa Gerrard und Sally Oldfield. Das Titelstück ist dominiert von Flügel, zunächst kaum verzerrtem Splitterspiel auf der E-Gitarre und Floydesken, analog klingenden Synthesizern. Gerade "Cinematic" und "Iceland" vermitteln ganz besonders intensiv das nicht unangenehme Gefühl, in Bewegung und also noch nicht angekommen zu sein. Sehr hörenswert verströmt diese Emotion auch Marcins von einem kurzen Slide-Part eingeleitetes Solo auf "Aperitif for breakfast (O.M.R.J)". Und für Marek Zaks Linien auf dem Fretless Bass bei "Spiritual Machine" sollten sich sogar Jazz-Fans erwärmen können. Apropos Schubladen: Keine Ahnung. Die für Lebowski ist wohl noch nicht erfunden. Rock, Jazz, Fusion, (Neo)Prog und noch Ruhigeres sind vernehmlich. Wie wäre es mit Ambient Journey ProgMetal?



-Klaus Reckert-


Lebowski @ Ino-Rock Festival, full concert
Slide Show zu "Iceland" from "Cinematic"


 
 
 

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