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JENNY LEWIS
 
Good vibes
Jenny Lewis
Während "Under The Blacklight", das mit sehr gemischten Kritiken aufgenommene letztjährige Werk von Rilo Kiley, in Richtung Mainstream-Pop zielte, kehrt Frontfrau Jenny Lewis auf ihrem zweiten Album als Solisten wieder auf den Pfad zurück, den die Dame aus Los Angeles bereits mit dem großartigen RK-Album "More Adventurous" und ihrem Solodebüt "Rabbit Fur Coat" beschritten hatte. Zeitlos schöne Singer / Songwriter-Balladen stehen neben rauen, handgemachten Rocksongs, die ihre Wurzeln in Blues, Country oder Folk haben, und während bei "Under The Blacklight" die Gefühle größtenteils aus dem Computer zu stammen schienen, kommt "Acid Tongue" hörbar von Herzen.
Trotz des völlig anderen Sounds des Albums sieht Jenny "Under The Blacklight" dennoch als Keimzelle ihres aktuellen Solowerks. "Der gesamte Entstehungsprozess der letzten Rilo Kiley-Platte hat dazu geführt, dass ich danach etwas machen wollte, das sehr organisch, ehrlich und lebendig ist", erklärt Jenny im Gespräch mit Gaesteliste.de, und auch auf andere Art und Weise seien die ersten schlechten Kritiken ihrer Karriere eine positive Erfahrung gewesen. "Es war für mich als Performerin und Songschreiberin sehr lehrreich, dem Publikum gegenüberzutreten und in den Gesichtern ablesen zu können, wem die Musik gefiel und wem nicht. Die Zuhörerschaft spaltete sich in zwei Hälften: Die einen waren völlig aus dem Häuschen, bei den anderen wunderte es mich fast, dass sie mich nicht gesteinigt haben."

Anders als bei "Rabbit Fur Coat" ging Jenny die Arbeit an ihrem zweiten Alleingang ohne vorgefertigtes Konzept im Hinterkopf an. "Das einzige 'Konzept' war eine positive Grundstimmung", sagt sie. "Es ging mir darum, eine positive Umgebung zu schaffen, um mich ungehindert ausdrücken zu können, eine, in der sich auch meine Freunde, die ihren Beitrag zu dem Album leisten sollten, wohlfühlen würden." Zu den Freunden gehörten dieses Mal nicht nur die Musiker, die Jenny auch schon vor zwei Jahren bei ihrem Debüt und der folgenden Tour unterstützten, sondern auch hochkarätige Gäste wie Elvis Costello, Chris Robinson (The Black Crowes) oder Zooey Deschanel und M Ward von She And Him.

Allerdings wurden sie keinesfalls nur ins Studio gebeten, weil sich eine lange Gästeliste gut in den Liner Notes macht. "Ich hatte eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wen ich einladen wollte und was ich von den einzelnen Musikern erwartete", erklärt Jenny. "Ich hab ein wenig den Talentscout gespielt und mich in erster Linie bei den Bands meiner Freunde hier in L.A. bedient." Dennoch gab es auch Musiker, die leider absagen mussten. "Ich hätte wirklich gerne Ben Gibbard [von Death Cab For Cutie und The Postal Service] mit auf der Platte gehabt, und wir haben uns wirklich Mühe gegeben, es möglich zu machen, aber letzten Endes war er leider zu beschäftigt. Hoffentlich klappt es beim nächsten Mal, denn ich arbeite sehr gerne mit ihm zusammen, und er lädt mich ja auch immer wieder ein, an seinen Projekten mitzuwirken."

Während sich die Arbeiten am letzten Rilo Kiley-Album monatelang hingezogen hatten und gleich mehrere Produzenten verschlissen wurden, ging bei "Acid Tongue" alles ganz schnell. Die Aufnahmen dauerten nur rund drei Wochen. "Die älteren Sachen hatten wir schon 50 Mal bei Konzerten gespielt. Ich kannte sie bereits in- und auswendig, und es war überhaupt kein Problem, sie live im Studio aufzunehmen, auch wenn ich dafür gleichzeitig singen und Klavier spielen musste", erinnert sich Jenny. "Etwas komplizierter war es, die Songs neueren Datums so hinzubekommen, dass die Platte zwei verschiedene Seiten widerspiegelt: Die rockige Liveband-Atmosphäre und die groovigeren Balladen."

Doch auch das funktionierte letzten Endes prächtig, denn obwohl Jenny auf "Acid Tongue" eine ganze Reihe unterschiedlicher Ansätze verfolgt, klingt das Album wie aus einem Guss. Dennoch wundert es sie nicht, dass viele beim ersten Hören daheim die langsameren Singer / Songwriter-Songs den lauteren, streckenweise geradezu Blues-getränkten Rocksongs vorziehen. Das kann bei den im Oktober anstehenden Deutschland-Konzerten von Jenny und ihrer Band womöglich schon wieder ganz anders aussehen, doch bis dahin hat die kleine Amerikanerin noch einen Tipp für uns parat: "Geht ins nächste Fitnessstudio und versucht euch auf dem Laufband! Dafür sind die Rocksongs wirklich bestens geeignet!"

Weitere Infos:
www.jennylewis.com
www.lastfm.de/music/Jenny+Lewis
www.myspace.com/jennylewismusic
en.wikipedia.org/wiki/Jenny_Lewis
Interview: -Simon Mahler-
Foto: -Pressefreigabe-
Jenny Lewis
Aktueller Tonträger:
Acid Tongue
(Rough Trade Records/Beggars Group/Indigo)

 
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