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LEISURE TANK
 
Trommel doch mal hier was zu
Leisure Tank
Eigentlich ist die Sache mit Leisure Tank ja bekanntlich ganz einfach: Das Duo Leisure Tank ist - sozusagen - eine elektrische Duo-Fortsetzung des akustischen Eher-Band-Projektes der Eher-Solo-Künstlerin K.C. McKanzie mit demselben Partner (Joe "Budi" Budinsky) einer anderen musikalischen Ausrichtung, aber gleichbleibender Qualität des Songwritings. Nun gut: Das ist dann doch nicht wirklich einfach.
Aber mal Ernst beiseite: Warum war es denn notwendig, das Konzept umzustellen, nachdem es von K.C. McKanzie doch immerhin vier ansprechende Veröffentlichungen (und etliche Touren) gegeben hatte, mit denen man als Fan doch durchaus zufrieden sein konnte. "Wir waren ja auch zufrieden", gesteht K.C., "die Sache war nur die, dass ich 2012 nach England gezogen bin und mir eigentlich gedacht hatte, dass wir als K.C. McKanzie weitermachen würden. Wir hatten sogar schon ein neues Album fast fertig aufgenommen. Da war aber eigentlich die Luft raus und ich wollte nichts herausbringen, wo ich nicht richtig hinter stand." Das letzte K.C. McKanzie-Album hieß ja "Dryland". "Richtig - das war für uns der Höhepunkt und ich wollte nichts herausbringen, von dem ich dachte, dass es nicht ganz so gut wie 'Dryland' sein würde. Deswegen habe ich es dann erst mal ganz gestoppt und ein Jahr oder zwei Songs geschrieben und ein wenig alleine aufgetreten. Da stellte ich aber fest, dass mir auf der akustischen Gitarre oder dem Banjo zu der Zeit nicht mehr viel einfiel. Da fing ich an, elektrische Gitarre zu spielen." Was sie vorher noch nie gemacht hatte? "Wir hatten zwar eine im Raum", wirft Budi ein, "da lag aber eine Menge Zeug herum, das wir nicht verwendet haben." KC sieht das aber ein wenig anders: "Ich hatte auch immer so einen Respekt davor", meint sie nämlich, "ich dachte immer Gitarre spielen Jungs, die gut in Mathe sind. Dann habe ich es aber gemacht... und dann auch irgendwann festgestellt, dass es viel einfacher ist, eine elektrische Gitarre zu spielen." Okay - aber wie kam die Idee, das ganze auf ein Duo-Format einzudampfen? "Ich weiß, dass Budi vor allen Dingen ein Schlagzeuger ist - denn er hat bei oder mit K.C. McKanzie erst den Bass gelernt - und dann fiel das ganz leicht. 'Trommel doch mal hier was zu', habe ich dann gesagt."
Die neuen Songs entstanden also gleich auf der elektrischen Gitarre. Ist das ein großer Unterschied zum Schreiben auf der akustischen? "Für mich schon", sagt K.C., "das ist für mich ein - wie sagt man - dynamischeres Instrument. Das ist ja fast wie ein Piano. Alleine schon, was man mit den Fingern machen kann. Ich habe auch viel die Loop-Station zum Schreiben benutzt und da eben Rhythmen auf der Gitarre eingespielt. Eigentlich finde ich die Loop-Station ja fast beängstigend - wenn die mal ausfällt oder wenn ein ganzer Song darauf basiert. Das macht aber irgendwie auch den Reiz aus." Hat sich denn das Songwriting an sich geändert? "Ich würde sagen, dass du in der ganzen McKanzie-Zeit an dein Limit gekommen bist, was du für dich aus der Akustischen rausholen kannst", schlägt Budi vor, "und dass dir die E-Gitarre eine neue Tür aufgemacht hat, durch die du jetzt gegangen bist." "Kann sein", meint K.C. nach einer kleinen Pause, "da ist halt das Klischee von dem Mädchen und der Gitarre. Mit fehlt immer irgendwie die Vorstellungskraft, was noch alles dazu kommen kann, wenn man auf der akustischen Gitarre schreibt. Ach Gott - Schrammel. Mir fällt es dann immer schwer, mich dem später noch mal zu widmen... was ich dann geschrieben habe... und das noch mal aufzumachen." Ja - das lässt sich alles nachvollziehen - aber warum musste es dann bei dem Duo aufhören? "Wir sind sehr minimalistisch", erklärt K.C., "wir haben festgestellt, dass wir auch beide minimalistische Musik mögen. Jemanden in dieses Geflecht K.C. McKanzie zu lassen, ist für uns auch schwierig. Erst mal müsste es total stimmen - weil wir beide kaum kommunizieren müssen und einfach miteinander spielen. Ich weiß gar nicht, ob ich das jemandem antun möchte, sich in dieses Labyrinth zu begeben. Und auf der anderen Seite ist Budi ein sehr melodischer Schlagzeuger. Und ich glaube, dass das so ist, weil wir uns nicht auf den Bass zurückfallen lassen können. Er arbeitet ja auch viel mit der Bass-Drum. Das Konzept, mit zwei Leuten auf der Bühne zu stehen, ist ja nicht neu - und es geht ja auch. Bei vielen der Duos, die so arbeiten, fehlt ja auch nichts." "Wenn wir schon die Bass-Sounds haben, dann braucht ja auch nicht noch mal ein Bassist das Gleiche zu spielen", gibt Budi zu bedenken. "Ich denke auch weniger an einen Bass, sondern schaue in andere Richtungen", überlegt K.C., "ich finde z.B. Orgeln total interessant oder auch Bläser. An einen Bass denke ich zuerst mal gar nicht. Obwohl ich schon denke, dass Bassisten wichtig sind. Einen John Paul Jones zum Beispiel möchte ich nicht missen."
Leisure Tank
Das Wesentliche ist aber, dass - wie K.C. es ja auch sagt - bei Leisure Tank schlicht nichts fehlt. Das gilt auch für den Sound, den Leisure Tank dann auf der Bühne fabrizieren. Der Vorteil ist dabei dann sogar der, dass der Konserven-Sound sich gar nicht so sehr vom Live-Sound des Duos unterscheidet - was ja selten genug der Fall ist, da bei der Produktion im Studio sich die Live-Energie nur schwer einfallen lässt. Hier hilft es dann vielleicht auch, dass alles so simpel ist. "Wir haben die Songs auch live im Studio eingespielt", verrät K.C., "auch die Loop-Station habe ich im Studio verwendet und es gibt nur ganz wenige Overdubs." "Wir hatten sogar kurzzeitig überlegt, die Scheibe in mono aufzunehmen", erklärt Budi, "uns dann aber doch für einen räumlicheren Sound entschieden." Worum es ja geht, ist die Essenz des Songs zu erfassen - die Art der Umsetzung ist dann fast schon relativ. "Genau", pflichtet Budi bei, "wir versuchen immer, das Beste aus dem Song herauszuholen und rüberzubringen." Kommen wir mal zum Wesentlichen: Was ist denn - bitteschön - ein "Leisure Tank"? "Wir haben sehr lange nach einem Bandnamen gesucht, weil ich das 'ich' aus dem K.C. McKanzie nehmen wollte, da Budi ja Bestandteil der Band ist und ich nicht wollte, dass der Fokus nur auf mir liegt", erläutert K.C., "wir wollten immer irgendwas mit 'Tank' und ich wollte immer was mit 'Leisure' - aber die Band 'Leisure' gab es halt schon - also haben wir beides mal zusammengeworfen und das klang interessant, weil es ja auch Raum für Interpretationen lässt." "Beide Begriffe können ja verschiedenes bedeuten", fügt Budi hinzu, "'Leisure' kann die Muße sein oder einfach Freizeit. 'Tank' kann Panzer heißen oder Aquarium. Das hat uns gefallen." So gut sogar, dass K.C. und Budi bei ihren Konzerten kleine goldene Panzer verkaufen, um ein Projekt für desorientierte Transgender-Teens in London zu unterstützten. "Wichtig war mir der Bandname auch, weil ich als K.C. McKanzie immer gefragt wurde, ob ich davon leben könne, Musik zu machen", wirft K.C. noch ein, "ich finde, wenn man das so lange macht, wie wir, dann stellt sich die Frage gar nicht mehr, weil wir das offensichtlich ja aus 'Leisure' machen, weil es uns so bereichert. Sonst hätten wir ja nach einem Jahr wieder aufgehört. Mit war es wichtig, mir selbst vor Augen zu halten, warum ich das mache, wenn ich den Bandnamen lese." Die richtige Frage hätte also in diesem Zusammenhang besser geheißen: "Könnt ihr denn ohne Musik leben?" Aber lassen wir das mal: Was war denn die musikalische Inspirationsquelle? "Ich wollte mich mal öffnen, weil ich immer schon vom 90er Jahre Rock beeinflusst war", erklärt K.C. "das war immer da und K.C. McKanzie war für mich auch immer eine Lernkurve. Vorher hatte ich nie gesungen - und durch das viele Touren musste ich es ja auch lernen. Ich habe dann auch viele Leute getroffen, die mir geholfen haben, zu lernen, wie man auf der Bühne schreit und laut sein kann. Das fiel mir vorher immer schwer - ich habe aber immer gewusst, dass diese Songs in mir drin steckten." Der Rhythmus spielt dabei eine große Rolle, oder? "Ja, auch die Texte sind sehr rhythmisch orientiert", erklärt K.C., "das merkt man ja auch, wenn man Gedichte schreibt, dass der Rhythmus eine Rolle spielt. Die meisten Songs entstehen ja im Kopf. Der Witz ist dann immer der, dass ich denke, ein Song sei schon fertig und präsentiere ihn dann Budi - dann kommt immer noch mal so 50% erst noch hinzu, in dem Budi eine Ebene hinzufügt, die ich vorher noch gar nicht gehört habe." Was macht unter dem Strich dann einen guten Song aus? "Er ist einem nicht peinlich nach zwei Jahren", schmunzelt K.C., "und man kann ihn sich merken, ohne ihn aufschreiben zu müssen." "Und für mich ist der Moment, in dem ich einen Song von K.C. zum ersten Mal höre, und dann sogleich weiß, was ich dazu spielen muss, der Moment, in dem ich weiß, dass ein Song ein ganz großes Potential hat.", ergänzt Budi.

Worum geht es denn bei K.C.s-Songs? Sind die alle biographisch orientiert oder geht es da auch um fabrizierte Charaktere? "Beides, würde ich sagen", überlegt K.C., "ich denke, man muss dann ein eigenes Gefühl nehmen und das ein wenig verstärken. Wie bei einer Oper. Und dadurch wird man dieses Gefühl dann auch los." Das ist ja schon mal ein guter Tipp. Wie soll es aber weiter gehen mit Leisure Tank? "Am ehesten nach dem Motto 'erst mal gucken'", meint Budi, "unser Plan ist es es, jetzt erst mal mit dieser Scheibe nach England zu gehen und uns neue Märkte zu erschließen - und dann auch gerne nach Deutschland zurückzukommen und im Rahmen dieser Aktion werden ganz sicher neue Songs entstehen. Wie die aber klingen werden, wissen wir dann auch erst im Mai oder Juni." "Ich versuche auch immer, das ein bisschen zu trennen", gibt K.C. zu Protokoll, "das ist jetzt erst mal 'Wetsuit' und das spielen wir so, wie es sein soll und wie es gemacht wurde und dann genießen wir das jetzt erst mal. Und wie das, was in der Pipeline ist, werden wird, zeigt sich dann, wenn wir im Studio sind." Bis dahin sollte man sich unbedingt ein Mal eine Leisure Tank-Show anschauen (wie gesagt, kommen K.C: und Budi im nächsten Jahr ja wieder für ein paar Shows zurück).

Weitere Infos:
www.leisuretank.com
www.facebook.com/leisuretank
Interview: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Ullrich Maurer-
Leisure Tank
Aktueller Tonträger:
Wetsuit
(T3 Records/Galileo)




Leisure Tank

 
 

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