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WOLVERINE RECORDS
 
25 Jahre Punkrock
Wolverine Records
Es war 1992, als Sascha Wolff das Punk-Label Wolverine Records gründete. Seine erste Veröffentlichung war eine Single von The Bullocks, später folgten Bands wie ZSK, The Boys, Turbonegra, Frau Doktor, Across The Border, Kitty In A Casket, Psychotic Youth, Yeti Girls, N.O.E., Hammerhai, Sewer Rats oder Bonsai Kitten, nicht zu vergessen die legendären "Punk Chartbusters"-Compilationen und reichlich Neoswing auf dem Sublabel Frankie Boy Records. Jetzt haben wir 2017, Wolverine gibt es noch immer, Wolverine feiert seinen 25. Geburtstag. Wir gratulieren. Und fragten bei Sascha Wolff einmal nach.
GL.de: Erinnerst du dich noch an den Tag, als du Wolverine gegründet hast? Was hast du gemacht, wie hast du dich gefühlt? Wobei: Gab es DEN einen Tag oder passierte das nach und nach?

Sascha: Nein, so ganz genau auf den Tag kann man das nicht sagen. Das ist mehr so im Kopf als Idee gewachsen. Ich hatte ab 1989 mit ein paar Freunden ein Fanzine gemacht ("Rhein Pest") und als das dann nach gut drei Jahren zugrunde ging, war erst mal ein Loch da. Meine besten Kumpels waren in der Band The Bullocks und ich, der unmusikalische, dachte mir: Na ja, die brauchen ja auch ein Label. Und so kam die Idee mit Wolverine auf und wurde im September 1992 mit der ersten Single der Bullocks dann zu einer bestehenden Tatsache.

GL.de: 25 Jahre ist das jetzt her - wie feierst du das runde Jubiläum?

Sascha: Es ist im Moment noch nicht großes in Planung. Es wird aber wahrscheinlich ein Retrokonzertabend im September in Düsseldorf geben. Da werden Wolverine-Bands vom Anfang des Labels spielen.

GL.de: Wie hat sich das Label-Machen in den vergangenen 25 Jahren geändert?

Sascha: Als ich anfing, gab es noch kein Internet. Kataloge hat man noch selbst kopiert und den Leuten mit den Bestellungen geschickt. Es gab mehr Fanzines und man konnte über diese auch wirklich Leute erreichen. Die Leute waren auch allgemein nicht so übersättigt und mussten sich auch selber die Infos besorgen. Na ja, und natürlich konnte man auch noch sehr viel mehr verkaufen, weil nicht alles im Netz war. Und so konnte man wiederum auch die "Szene" viel mehr unterstützen. Was ich alleine an Fanzines mit Anzeigen supportet habe...

GL.de: Wie viel deiner Arbeit ist Spaß und wie viel ist Job?

Sascha: Es ist wohl das Gesamtpaket, das Spaß macht. Klar muss man viele nervende Dinge tun und dazu kommt eine permanente Existenzangst dazu. Aber man schafft halt etwas für Leute, Musik an Menschen zu bringen.

GL.de: Wie muss man sich den Alltag eines Label-Inhabers vorstellen? Was sind deine Aufgaben, was machst du den ganzen Tag?

Sascha: Das kommt natürlich auch immer darauf an, was gerade zu tun ist. Steht gerade ein Release an oder nicht. Es geht halt immer um Promotion, Pakete packen, Buchhaltung machen, mit Bands kommunizieren, sich mit der Gema rumschlagen, Flyer entwerfen, Anzeigen machen, usw.

GL.de: Wie viel Zeit steckst du in Wolverine Records?

Sascha: Schwer zu sagen. Ist schon Fulltime. Irgendwie ist man halt immer Wolverine. Das bleibt irgendwie nicht aus. Es dreht sich dann irgendwie immer ums Label.

GL.de: Wer hilft dir, wer macht mit, in welchen Bereichen geht es nicht ohne andere?

Sascha: Das Label selber mache ich komplett alleine. Aber natürlich habe ich zum Beispiel einen Großvertrieb mit SoulFood, der die Scheiben in die Läden bringt. Dienstleister sozusagen, die helfen. Aber Wolverine bin ich zu 100% DIY.

GL.de: Denkst du rückblickend manchmal, dass manche Platten von dir viel mehr Aufmerksamkeit und Erfolg verdient hätten? Gerade wenn man sieht, dass Punk ja durchaus irre erfolgreich sein kann, Stichwort Donots und Beatsteaks...

Sascha: Oh ja, natürlich. Das ist bei ganz vielen so. Jede meiner Bands hätte es irgendwie verdient. Natürlich gibt es da ein paar, bei denen ich mich extrem wundere. Psychotic Youth zum Beispiel, die waren die beste Poppunk-Band überhaupt. Aktuell zum Beispiel Reno Divorce, die sind so klasse, die müssten eigentlich explodieren. Und das sind nur zwei Beispiele.

GL.de: Gar nicht mal auf eine Veröffentlichung bezogen - worauf bist du nach 25 Jahren am meisten stolz in Sachen Wolverine?

Sascha: Dass es mich überhaupt noch gibt. 25 Jahre so ein Label zu machen, ist ja nicht gerade weit verbreitet. Wenn ich darüber nachdenke, dass es einige Leute gibt, die meine Sachen kaufen und jünger als das Label sind...

GL.de: Was ist das Beste daran, ein eigenes Label zu haben?

Sascha: Man kann ziemlich auftrumpfen, wenn man gefragt wird, was man so macht... Im Ernst: Leuten Musik rüberbringen zu können.

GL.de: Und was ist das Schlechteste?

Sascha: Kein Geld damit zu verdienen.

GL.de: Wie oft hast du deine Entscheidung, ein eigenes Label zu machen, in den vergangenen 25 Jahren schon verflucht?

Sascha: Ab und zu kommt das natürlich mal. Aber grundsätzlich ist es schon eine tolle Sache.

GL.de: Wie sind der Kontakt und der Austausch und vielleicht auch die Zusammenarbeit mit anderen Labels und Label-Machern? Oder macht da ja der sein Ding?

Sascha: Da war früher sehr viel mehr Austausch. Irgendwie macht jeder sein eigenes Ding. Ab und zu mal eine Koop. Aber grundsätzlich versucht halt jeder selber klar zukommen.

GL.de: Was passiert in den kommenden 25 Jahren mit Wolverine Records?

Sascha: Ich hoffe immer noch einen Big Bang zu landen und dann weiterhin auch andere Bands supporten zu können. Das wäre eine schöne Sache. Ein Label zu sein, welches eine History hat und dann auch den entsprechenden Erfolg hat.

Weitere Infos:
www.wolverine-records.de
www.facebook.com/Wolverine.Records
Interview: -Mathias Frank-
Foto: -Pressefreigabe-





Wolverine Records

 
 

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