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GEMMA RAY
Gemma Ray
"Ich würde mir wünschen, dass meine neue Platte für die Menschen eine Entdeckungsreise ist, etwa so, wie wenn ich 'Piper At The Gates Of Dawn' auflege und mich die Platte mit auf eine Reise nimmt, und ich hoffe, dass meine neue Platte dem Publikum eine ähnliche Möglichkeit zur Realitätsflucht bietet", sagt Gemma Ray im Gaesteliste.de-Interview über ihr neues Album "The Exodus Suite" auf dem die inzwischen in Berlin lebende Britin im Vergleich zum Vorgängerwerk "Milk For Your Motors" betont minimalistisch Retro-Coolness und eine unüberhörbare Liebe zu Pop noir, Wüsten-Blues und psychedelischem Twang verbindet. Als "A 52 minute Odyssey of Epic Torch Song Psychedelia" bezeichnet sie es selbst.

Entstanden ist das Album in den Candybomber Studios auf dem Gelände des ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof. In solch einer beeindruckenden Umgebung arbeitet es sich natürlich besonders gut. "Ja, auf jeden Fall", bestätigt Gemma.. "Ich war ja schon des Öfteren in Berlin aufgetreten, bevor ich hergezogen bin, aber Tempelhof hatte ich nie gesehen. Als ich dann den Umzug anging und mich mit meinem ganzen Leben hinten im Möbelwagen nach Berlin aufmachte, fuhren wir via Tempelhof in die Stadt und ich fragte nur: 'Was ist denn das?' Es schneite, und es war einfach wunderschön. Das Gebäude hat für mich die gleiche mystische Qualität wie für viele Einheimische, es ist einfach ein beeindruckendes architektonisches Werk - ganz abgesehen von der ganzen Geschichte, die damit verbunden ist. Außerdem: Wenn du in London eine Aufnahmesession hast, verbringst du die Hälfte der Zeit damit, einen Parkplatz in Studionähe zu finden. Hier konnte ich einfach mit einem Auto auf das Flughafengelände fahren und mir den Parkplatz frei aussuchen. Als ich erstmals dort aufnahm, konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lachen, so toll fand ich das!"

Aufgenommen wurde "The Exodus Suite" ohne Overdubs live im Studio, um die Ursprünglichkeit einzufangen, die man von Gemma sonst nur auf der Bühne kennt. Deshalb ist sie voll des Lobes für ihren Produzenten Ingo Krauss, weil er sie angespornt hat, die Idee von einer live im Studio eingespielten Platte auch tatsächlich umzusetzen. "Ich hoffe, dass ich noch viele Platten mit ihm machen kann", sagt sie. Trotzdem glaubt sie nicht, dass die dieses Mal gewählte Herangehensweise der Weisheit letzter Schluss für sie ist. "Man kann ein Pferd immer auf verschiedene Art und Weise aufzäumen. Dass ich jetzt diesen Ansatz gewählt habe, heißt nicht, dass ich die nächste Platte nicht vielleicht vollkommen anders angehe", erklärt sie. Doch wonach sucht Gemma eigentlich, wenn sie heute Lieder schreibt? "Es gibt nichts Konkretes, nach dem ich strebe, da ich meine Lieder sehr unbewusst schreibe", antwortet sie. "Es geht bei mir eher darum, welche ich später auswähle, um sie weiterzuentwickeln. Ich wähle nur die aus, die ich auch nach einer Weile noch spannend finde, die in meinen Träumen auftauchen oder sonst irgendwie an mir nagen. Wenn ein Song nicht eine große Welle an Emotionen in mir auslöst, verfolge ich ihn für gewöhnlich nicht weiter."

Nach inzwischen sieben Alben hat sich Gemma ein gutes Standing erspielt, allerdings wird sie auch heute noch hier und da missverstanden, wie sie gesteht: "Es passiert mir in der Tat immer noch, dass ich zu einem Konzert anreise und vor Ort sehe, dass mein Auftritt als 'Acoustic Pop' oder so etwas angekündigt wird. Viele Leute denken leider immer noch, wenn sie 'Singer/Songwriterin' hören, dass es sich dabei nur um langweilige akustische Songs drehen kann. Deshalb hoffe ich, dass alle, die mich noch nicht kennen, sofort begreifen, dass ich etwas mache, das hoffentlich etwas interessanter ist."

Im Herbst geht Gemma auf Deutschland-Tournee, vorab beantwortete sie unsere zehn Fragen.


1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Gute Musik geht immer Risiken ein, überwindet Grenzen und schafft es, andere Menschen tief zu berühren.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Mir war wichtig, dass die Platte viel Mitgefühl und Liebe ausstrahlt und dass man die nur allzu menschlichen Fehler darauf hören kann. Ich wollte ein wirklich ehrliches Stück Musik abliefern!

3. Warum sollte jeder deine neue Veröffentlichung kaufen?

Ich weiß, dass die Platte nicht meine zugänglichste ist, aber ich hoffe, dass sie ein Begleiter für diejenigen Hörer sein kann, die sich ein bisschen verloren fühlen. Und wenn man Vinyl mag: Das Artwork ist wirklich supercool geworden!

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

Ich warte immer noch darauf, Geld zu verdienen (lacht)! Tröpfchenweise kommt natürlich schon etwas rein, und das investiere ich dann sofort wieder in neue Aufnahmen, in den Aufbau meines Studios und in die Reparatur meiner Gitarren. Nichts wirklich Glamouröses!

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Lass mich überlegen! Ich denke, es war einfach so, dass die Musik für mich als junge Erwachsene die Rolle übernommen hat, die zuvor die bildenden Künste in meinem Leben gespielt hatten. An einen bestimmten Wendepunkt, an ein Lied oder eine Band, die das ausgelöst hätten, kann ich mich allerdings ehrlich gesagt nicht erinnern.

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Ich lebe den Traum, und in diesem Traum gibt es weitere Träume. Träume sind genau mein Ding! Mein größter Traum im Moment ist, mir einen Hund zuzulegen. Das ist allerdings nicht so einfach, wenn du so viel auf Tour bist wie ich. Deshalb ist der nächste Traum, dass ich irgendwann so gut aufgestellt bin, dass ich jemanden engagieren kann, der sich backstage um den Hund kümmert, während ich auf der Bühne stehe!

7. Was war deine größte Niederlage?

Alles, was Musiker machen, sollte man als Niederlage betrachten, denn sie dienen dir dann als Ansporn, weiterzumachen und weiter kreativ zu sein. In dieser Hinsicht sind Niederlagen wirklich brillant.

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Um ehrlich zu sein: Ich war in letzter Zeit ein bisschen genervt von den langweiligen Aspekten, die mit einer Plattenveröffentlichung einhergehen. Deshalb habe ich gestern zwei brandneue Songs geschrieben. Das hat mich sehr glücklich gemacht (lacht). Nach vorne zu schauen ist immer sehr wichtig!

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Vermutlich praktisch jeder Song, der von fünf verschiedenen Autoren geschrieben wurde (lacht). Du weißt schon, die übliche Art, wie heute moderne Musik produziert wird. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie das überhaupt funktioniert, das finde ich wirklich bizarr. Ich bin mal gebeten worden, für einen Song eine Topline zu schreiben, und musste erst einmal nachschlagen, was das überhaupt ist! Das Ganze könnte ein cooles künstlerisches Konzept sein, aber letztlich dient es nur dazu, Geld zu scheffeln! Am Ende kommen dabei nur selten interessante Emotionen heraus.

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Es wäre toll, wenn John Barry käme und sich meine Show anschauen würde. Danach könnte er dann meine nächste Platte produzieren!

Weitere Infos:
www.gemmaray.tv
www.facebook.com/gemmaraymusic
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
Gemma Ray
Aktueller Tonträger:
The Exodus Suite
(Bronzerat/Soulfood)




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