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BLACK SEA DAHU
Black Sea Dahu
Beim Treffen mit Gaesteliste.de nach dem mitreißenden Konzert von Black Sea Dahu in der Haldern Pop Bar blickt Frontfrau Janine Cathrein mit großen Augen auf die Plakate der vergangenen Festivals, die hier die Wände säumen. Fast kann sie es nicht glauben, wie viele Größen, nein, wie viele ihrer Lieblingskünstler schon beim kleinen großen Open Air am Niederrhein vorbeigeschaut haben. Dabei ist die Band der Schweizerin selbst gerade auf dem Sprung, mit ihren sehnsüchtig-herzzerrreißenden Liedern eine feste Größe der hiesigen Indie-Folk-Welt zu werden. Auch ohne altmodischen Medienhype hat das sympathische Sextett aus Zürich innerhalb weniger Monate sein Publikum vervielfacht: Das letzte Berlin-Konzert der Band im Lido - Kapazität 500 - war schon lange vor dem Auftritt ausverkauft, und auch im ähnlich geräumigen Hamburger Knust herrschte drangvolle Enge. Gar nicht so schlecht für eine Band, die vor Kurzem noch in der winzigen Duisburger Krümelküche oder dem nicht viel größeren Theater der Kölner Wohngemeinschaft aufgetreten ist! Der Grund für die steile Karriere ist allerdings denkbar simpel: Black Sea Dahu machen mit viel Herzblut Musik am Puls der Zeit - das beweist auch ihre just erschienene EP "No Fire In The Sand", die nahtlos an das feine Debütalbum "White Creatures" aus dem Vorjahr anknüpft.

In Zeiten, in denen immer weniger real erscheint, schwimmen Black Sea Dahu gegen den Trend: Wenn Janine Cathrein und die Ihren Musik machen, dann ist alles echt - sogar die Samples werden auf der Bühne mit einer alten Tonbandmaschine eingespielt. Echt sind auch die Gefühle, die die Singer/Songwriterin gemeinsam mit ihren Geschwistern Vera (Bass, Gitarre), und Simon (Cello, Percussion) sowie Nick Furrer (Schlagzeug), Paul Märki (Gitarre, Bass) und Ramon Ziegler (Keyboards) transportiert. Mit den Texten der neuen EP taucht sie ab in die komplexe Anatomie einer Beziehung, wie es im Waschzettel der Plattenfirma so treffend heißt, und widmet sich dem gesamten Gefühlsspektrum, wenn sie Kapitulation, Enttäuschung und Resignation thematisiert, um das Trauma eines gebrochenen Herzens zu verarbeiten, am Ende aber gestärkt in die Zukunft zu blicken. Klanglich spiegelt ein Hauch von Melancholie den nachdenklich-sehnsüchtigen Touch der Texte perfekt wider, wenn Black Sea Dahu facettenreich und schwelgerisch für ein behutsam warmtönendes Klanggerüst sorgen, das zeitlose Werte aus Folk und Indierock streift, aber dennoch den Zeitgeist stets fest im Blick hat: Musik mit Empathie und Leidenschaft für eine Welt, der genau das immer öfter verloren zu gehen scheint.

Im November sind Black Sea Dahu daheim in der Schweiz auf Tournee, für Anfang 2020 stehen aber auch schon wieder viele, viele Konzerte in Deutschland im Band-Kalender. Höchste Zeit also, Janine unsere zehn Fragen zu stellen.


1. Was ist deine Definition von "guter Musik"?

Gute Musik ist, wenn's mich berührt, ich Hühnerhaut habe und in der Zeit reisen kann.

2. Was war der wichtigste Einfluss bei den Aufnahmen zur neuen Veröffentlichung?

Es ist nichts anders, außer der Geschichte, die ich erzähle. Es ist grobkörniger und dunkler, von der Stimmung her. Das Thema der EP ist ein gebrochenes Herz, wenn man so will. Das ist total kitschig und ich habe das eigentlich nicht so gern, das so zu sagen, aber so ist es!

3. Warum sollte jeder eure neue Veröffentlichung kaufen?

Du solltest unsere neue Platte kaufen, weil du dich nach dem Hören anders fühlst als davor - in einem guten Sinne!

4. Was hast du dir von deiner ersten Gage als Musiker gekauft?

(lachend) Ich kann mich nicht erinnern! Vermutlich einfach Essen gekauft und die Miete gezahlt!

5. Gab es einen bestimmten Auslöser dafür, dass du Musiker werden wolltest?

Unsere Eltern haben uns sehr musikalisch aufgezogen und immer mit uns gesungen. Ich kann mich erinnern, meine Lieblings-CD und auch die erste CD, die ich mir gewünscht habe von meinem Großvater, war "Carmen" von Bizet. Das hat mich so dermaßen geflasht, als Fünfjährige! Vielleicht wusste ich es da schon!

6. Hast du immer noch Träume - oder lebst du den Traum bereits?

Ich habe noch Träume! Ich möchte auf jeden Fall mal mit einem Orchester zusammenarbeiten - und in einem Amphitheater spielen.

7. Was war deine größte Niederlage?

Dass ich zu wenig Zeit habe zu üben. Ich lebe das Leben der Musikerin von A bis Z, ich bin auf Tour, habe meine eigene Band und sozusagen meine eigene Firma und kann auch gar keinen anderen Job mehr nebenan machen, da ich keine Zeit dafür habe, aber ich bin mehr im Auto als auf der Bühne oder selbst am Instrument. Aber natürlich bin ich immer noch viel lieber gestresst im Auto auf Tour als gestresst in einem Restaurant im Service! Das muss ich mir immer wieder sagen.

8. Was macht dich derzeit als Musiker am glücklichsten?

Am glücklichsten macht es mich, von anderen Musikern inspiriert zu werden. Ob das immer schon so war? Ja, ich glaube schon!

9. Welches ist das schlechteste Lied, das je geschrieben wurde?

Oh... es gibt da einen Song von Paris Hilton, ich weiß gar nicht, mehr warum ich mir den reingezogen habe. Vielleicht habe ich damals mit elf oder zwölf zu viele Heftchen gelesen. Auf jeden Fall ist der Song einfach nur Bullshit!

10. Wer - tot oder lebendig - sollte auf deiner Gästeliste stehen?

Tschaikowski, weil ich gerne wissen würde, was er zu der Musik meint, die ich spiele. Ich finde, seine Musik ist Wahnsinn, dass er sich das ausgedacht hat, in seinem Kopf! Ich würde gerne wissen, wie er ist und wie er Musik hört - vor allem neue Musik. Wahrscheinlich würde er tot umfallen (lacht)!

Weitere Infos:
www.blackseadahu.com
www.facebook.com/blackseadahu
twitter.com/blackseadahu
www.instagram.com/blackseadahu
blackseadahu.bandcamp.com
Text: -Gaesteliste.de-
Foto: -Pressefreigabe-
Black Sea Dahu
Aktueller Tonträger:
No Fire In The Sand
(Mouthwatering Records/Broken Silence)


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