Es gibt da ja diesen Spruch von den vorgelesenen Telefonbüchern, die gewisse Leute unterhaltsam präsentieren können sollen. Berit Immig und David Muth alias OMO (und ehemals Karamasov) kommen mit ihrem weißen Album da relativ nahe dran. Es gibt geradlinige, unerbittliche Elektro-Pop-Elaborate mit Krautrock-Rhythmik, zu denen Texte vorgelesen (nicht etwa gesungen) werden, die aus Gebrauchsanleitungen, Fahrplänen oder eben Telefonbüchern zu entstammen scheinen. Sinn macht das weiter keinen. Und da es mehr als minimalistisch angelegt ist, ist es auch nicht wirklich unterhaltsam. Das ist Dadaismus und Avantgarde im Schafspelz des Pop-Format. Am besten geeignet erscheint Musik wie diese für Kunstinstallationen aus anderen Medien (z.B. Video oder Performance).
„The White Album“ von OMO erscheint auf Loaf/Alive.