Gelernt ist gelernt. Ob Fahrrad oder Bass. Primus sind zurück und klingen auf „Green Naugahyde“ ziemlich lässig. Gekonnt und klasse. Wer damals schon Fan war, wird es hier wieder werden. Alte Liebe und so. Und wer nicht, weil zu jung? Hört trotzdem rein und merkt, wie es die großen Jungs machen. Funk, verdammt, Rock N Roll und eben reichlich mehr. Jazz, Polka, Pop. Der Cross-Over der Gruppe Primus.
Das hier ist das erste Studioalbum seit elf Jahren. Vor kurzem waren sie das erste Mal seit 13 Jahren wieder bei uns auf Tour. Man darf tatsächlich von einem Comeback sprechen. Weiterhin ganz weit vorne natürlich Les Claypool. Was der gute Mann hier wieder an den dicken Saiten zupft und dabei genüsslich ins Mikro säuselt, ist eine wahre Pracht an durchgeknallter Knust. Er selbst hat die Platte dann auch produziert und spricht davon, dass „Green…“ in Richtung Frühwerke geht. „Frizzle Fry“ und so. Möglich. Doch bei allem Retro-Charme klingen Lieder wie „Eternal Consumption Engine“ oder „Last Salmon Man“ trotzdem frisch und frei, ungestüm und verspielt und dabei hochgradig spannend. Nur nicht einfach. Lieber frickelt das Trio – neben Claypool sind Gitarrist Larry LaLonde und Drummer Jay Lane mit dabei – die Nacht durch und findet selbst dann kein Ende. Was als Song beginnt, endet als Sound. Als Gebilde und Zusammenstellung von Tönen. Da darf eine Nummer dann auch mal über sechs Minuten daern. Andere enden dafür nach gerade mal 123 Sekunden. Ganz wie es passt, ganz wie sie es mögen. Was der Hörer denkt? Stört die Herren nicht. Bitte trotzdem mal anhören. Macht Spaß.
„Green Naugahyde“ von Primus erscheint auf Prawn Song/Soulfood.




