Hollie Cook ist die Tochter von Sex Pistols-Drummer Paul Cook – hat aber mit Punk nichts am Hut. Ihr Metier ist der Reggae – und zwar der orthodoxe. So ist es zwar seltsam aber folgerichtig, dass ihr zweites Album bereits ein reinrassiges, altmodisches Dub-Album ist, auf dem es zwar einige neue Tracks zu finden gibt, auf der aber vor allen Dingen Coverversionen („Bei mir biste schein“, „And The Beat Goes On“, „Walking In The Sand“) durch die Echo-Maschinen gejagt werden. Dabei ist Prince Fatty, der zuständige Toast-Master, zu recht stolz auf seine Handarbeit: Die Tracks wurden – ohne Zuhilfenahme von Computern – live und analog im Studio gemischt, ganz so, wie es in den 70s auf Jamaica vorgelebt wurde. Deswegen klingt die Scheibe auch nicht wirklich modern – was aber nun wirklich nichts macht, denn Prince Fatty gelingt es, die Songs durchaus zusammenzuhalten und diese Songs entstammen ja nun auch nicht gerade der Moderne. Schick wäre es gewesen, wenn er mehr Vocals übrig gelassen hätte, aber das hätte sich wahrscheinlich nicht mit dem Roots-Ethos vertragen.
„In Dub“ von Hollie Cook erscheint auf Mr Bongo/Indigo.




