Der Ire Johnny Logan ist einer der vergleichsweise wenigen Künstler, der aus seiner Eurovision-Präsenz eine Karriere gemacht haben. Als er 1980 den damals noch „Grand Prix“ genannten Eurovision-Songcontest mit „What’s Another Year“ gewann, bedeutete das für ihn den Durchbruch, der dazu führte, dass er in Irland regelrechten Ikonen-Charakter gewann. Das nun auch bei uns erhältliche und in Europa höchst erfolgreiche „The Irish Connection“ – eine Sammlung von Traditionals, die er mit jungen Musikern in einem Ambiente irgendwo zwischen Irish-Folk, Folkpop und Pop einspielte – ist nun ein (ganz und gar nicht wehmütiger) Rückblick auf seine musikalischen Wurzeln%3B denn Logan begann seine Karriere, indem er mit seinem Vater, einem Tenor, in Wartepausen auf der Tour in den Garderoben jammte. Das Material – „Molly Malone“, „Whisky In The Jar“ oder „The Rover“ (bei uns als „An der Nordseeküste“ bekannt) entspricht dabei durchaus dem Programm, das in trinkseliger Runde im Pub gut ankommt – es gibt aber auch Ausnahmen, wie z.B. den Anti-Kriegs-Song „The Band Played Waltzing Mathilda“ oder die Country-Ballade „Dirty Old Town“, die für genügend Variationen sorgen, damit die Scheibe nicht etwa zu einem einzigen Trink-Soundtrack gerät. Insgesamt überzeugt Logan mit seiner Sicht der Dinge, die zeigt, dass er eben nicht bloß der seichte Pop-Fuzzy ist, der er dem Anschein seiner Hits nach sein müsste.
„The Irish Connection“ von Johnny Logan & Friends erscheint auf Telamo/Sony Music.




