Platte der Woche KW 21/2015
Wenn die Fuck Buttons nicht gerade gemeinsam Musik machen und Tracks bauen, mischen sich Andrew Hung und Benjamin John Power gerne mal in die Veröffentlichungen anderer Musiker und Bands ein – oder, was nahe liegt, erschaffen eigenes Material. Hung hat neulich seine „Rave Cave“-EP veröffentlicht (übrigens komplett auf einem Gameboy geschrieben und anschließend am Computer aufgemotzt) und Power legt unter dem Pseudonym Blanck Mass mit „Dumb Flesh“ sein zweites Solo-Album vor. War sein Erstlings-Werk noch eine drumlose, dronige Ambient-Angelegenheit mit alles umfassenden Synthie-Sound-Teppichen, darf für die Tracks auf „Dumb Flesh“ durchaus der Tanzflur geputzt werden.
Mit „Loam“ startet man noch relativ verhalten und düster in das Album, gegen Ende des Tracks wird der Sound zerstückelt und zerfetzt, bevor man sich mit „Dead Format“ beinahe auf einem Fuck Buttons-Album wähnt. Teils ist der Sound auf „Dumb Flesh“ doch recht nah dem seiner eigentlichen Band, aber Power lässt mehr Melodie einfließen und weniger Zorn zu. Und das steht den Tracks besonders gut – dieser Mix aus seinen dronigen Synthie-Teppichen, Beats, seltsamen Sounds und immer einer guten Idee. Power spielt seit jeher gerne mit Wiederholungen, die den Hörer beispielsweise auch während der fast zehn Minuten von „No Lite“ zu jeder Sekunde zu fesseln wissen – überhaupt wird das Album absolut nicht langweilig, besonders wenn man es laut abspielt. So, wie es sich gehört für ein Electronic-Meisterwerk.
„Dumb Flesh“ von Blanck Mass erscheint auf Sacred Bones/Cargo.