Es klingt wie Tag und Nacht, wie ein Veganer im Steakhouse, wie Pogo bei der kleinen Zauberflöte. Und doch ist es kein weiter Weg vom Post-Hardcore in den Pop, der Übergang ist fließend und das eine geht meist nicht ohne das andere. Wobei das andere zum Glück sehr gut ohne das eine geht…
Auch Too Close To Touch standen vor dieser Herausforderung, lauten Hardcore mit schönen Melodien, variablen Gesängen, mit Gefühl und mit einer ehrlichen Schiene Popmusik zu kombinieren. Und auch sie konnten diese Herausforderung nicht meistern. Ganz im Gegenteil, dieses Album ist ziemlich kacke. Klar, sie schreien und manchmal schroten sie auch und in manchen kurzen Momenten hat ein Riff Biss und eine Scream gefällt. Sie sind auch laut – aber leider sind sie nicht lärmig, sind sie nicht kräftig. Oh nein, ihr Album ist relativ zahm, die Gitarren zu leise und einfach, die Melodien und Refrains zu langweilig, um sie sich zu merken, die Überraschungen nicht existent und alles zusammen klingt einfach belanglos und ziemlich austauschbar. Es ist mit seinen zum Teil widerlich weichen Stimmen und mit viel zu wenig Dampf viel zu viel Pop, es ist so glatt, so langweilig. Es ist ein Album, durch das man mal wieder an diesem meist so tollen, diesem legendären Label Epitaph Records zweifelt. Warum machen sie das, mögen die das wirklich? Die Welt und ihre Geschmäcker sind schon seltsam…
„Haven’t Been Myself“ von Too Close To Touch erscheint auf Epitaph/Indigo.




