Auf sympathische Weise aus der Zeit gefallen wirkt dieses dritte Album, das die umtriebige Session-Sängerin Shayna Steele hier in eigener Sache auflegt. Denn das von ihrem Ehemann und Co-Autoren David Cook produzierte Album setzt ganz auf die Traditionen der alten Schule und ergeht sich – jenseits der schnieken Wegwerf-Ästhetik kontemporärer Pop-Produktionen – in organischen, raumfüllenden Band-Arrangements in Sachen Jazz, Soul, R’n’B, Gospel, Blues und ein wenig Fusion, gegen die sich Shayna Steele mühelos als charismatische Frontfrau durchsetzen kann. Neben eigenen Kompositionen präsentiert Shayna Coverversionen etwa von Big Mama Thornton oder Michael Jackson und einmal abgesehen davon, dass sie sich diese mit leichter Hand zu Eigen macht, demonstriert damit ihre stilistische Spannbreite. Der Sound der Scheibe ist angenehm erdig und bodenständig und Shayna Steeles Vortrag bemerkenswert songdienlich und – für eine langjährige Session-Musikerin – erstaunlich wenig auf Vokalakrobatik fixiert. Das ist etwas für Leute, denen Qualität und handwerkliches Können wichtiger sind als blendende Effekthascherei.
„Watch Me Fly“ von Shayna Steele erscheint auf Membran.




