Neugier um der Neugier willen sei das treibende Element hinter dem neuen Album der avantgardistischen Indie-Künstlerin Lisa Kohl gewesen sein. Das mag man gerne glauben. Denn während sich Lia Kohl zuweilen auch in klassischer Manier mit Songwriter-Kollegen wie Steve Gunn, Whitney oder Makaya Craven kollaboriert, geht es auf ihren Solo-Werken um ganz andere Dinge. Auch „Ceiling Reposes“ beruht auf improvisatorischen Experimenten in einem collageartig angerichteten Hörspiel-Setting. Dabei kombiniert Lia spontane musikalische Eingebung mit „gefundenen Sounds“ – das sind Geräusche, Field-Recordings, Naturaufnahmen und vor allen Dingen Radio-Schnipsel, die Lia in der Abgelegenheit von Vashon Island im Staate Washington zu der erwähnten Collage zusammenfügte. Dabei agiert Lea mit einer Unzahl von Instrumenten: Akustischer Bass, Banjo, Leier, Synthies, Cello, Kazoo, Piano, Glocken und auch perkussiven Elementen – die allerdings nicht in einem musikalischen, sondern eher klanglichen Kontext gesetzt werden. Obwohl das Ganze somit den bereits den erwähnten, hörspielartigen Charakter erhält, ist es dennoch nicht ohne musikalischen Wert – denn nichts wurde hier dem Zufall überlassen. Jedes einzelne Element hat seinen dezidierten Platz – wodurch am Ende ein dann doch überraschend angenehmes Hörerlebnis wird, das in Ansätzen an die sogenannte „Neue Musik“ erinnert.
„The Ceiling Reposes“ von Lia Kohl erscheint auf American Dreams.




