Um verstehen zu können, was uns das Berliner Duo Afar mit seiner neuen LP „The Refuge“ eigentlich sagen will, ist es notwendig auf die Umstände zu blicken, unter denen dieses Projekt entstand. Um die Stimmung „zwischen Selbstreferenz und künstlerischer Befreiung“ die laut Bio dem Projekt zugrunde liegt, einfangen zu können, zogen sich Elena und Joseph für ihre Recording Session in die Abgeschiedenheit der Pyrenäen zurück (ins namensgebende „Refuge“), um dort mit einem Rückgriff auf die jeweiligen eigenen „Fachgebiete“ eine Geschichte zu erzählen bzw. einen Spannungsbogen zu erzeugen. Die angesprochenen „Fachgebiete“ – Josephs Erfahrungen auf dem Gebiet der Elektronik und Elenas Background als Singer/Songwriterin, aber auch mit Krautrock und Jazz – werden dabei in einer Art Synthese relativ behutsam vom Abstrakten ins Konkrete überführt. Das meint, dass die Scheibe von der unerbittlichen Monotonie der ersten Tracks allmählich über zunehmend komplexere und melodischere und songorientiertere Kompositionen aus der Isolation ins Emotionale und Organische überführt werden. Mag sein, dass das jetzt vielleicht ein wenig zu viel der Spekulation ist, aber Fakt ist, dass der erste Track „Plastic Riot“ ein sprödes Stück Sozialkritik ist, während das abschließende Epos „Hold Me Dear“ in Form einer emotionalen Reflexion über das Dasein mit hymnischer Note angelegt ist.
„The Refuge“ von Afar erscheint auf Laut & Luise.




