Diese Platte? Ist unglaublich spannend. Und voller Überraschungen. Voller Wendungen, Ideen und Wechseln, voller Kunst und tollen Momenten. Fakt. Ende. Aus. Außer: Mathrock und so etwas wie Folk lassen sich wirklich kombinieren. Und Indie und Jazz und Pop. Das klappt sogar ganz ausgezeichnet.
Plantoid sind Sängerin und Gitarristin Chloe Spence, Schlagzeuger Louis Bradshaw und Leadgitarrist Tom Coyne, „Flare“ ist ihre zweite Platte. Und die klingt nach Worten der Band – und schöner kann man es nicht ausdrücken – unbeständig. Bradshaw sagte schon im Vorfeld der Veröffentlichung: „Während wir ‚Flare‘ aufgenommen haben, waren wir uns bewusst, dass unser Sound sehr unbeständig war. Wir sind nie zu lange bei einer Sache geblieben.“ Zum Glück, mag man da nur ergänzen.
Denn diese Platte ist zu keiner Sekunde langweilig, der Cross-Over klappt ganz ausgezeichnet und nur wer nur Gefrickel oder nur niedliche Indie-Vocals mag, wird hier keine Freude haben. Alle anderen dürften aus dem Grinsen nicht mehr heraus kommen. Denn es fühlt sich wie ein Jahrmarkt an. Nur eben mit Stil und Klasse. Hinter jeder Ecke eine neue Attraktion, ein neuer Sound, eine neue Stimmung. Und dabei niemals albern, immer authentisch. Math-Gegroove und jazziges Geschrubbe, melancholische Popmusik, sanfte Balladen, locker-flockigere Augenblicke, charmante Spielereien und Atmosphärisches dazwischen. Zusammen: faszinierend, fantastisch und tatsächlich: anders. Progressiv in seiner reinsten Form.
„Flare“ von Plantoid erscheint auf Bella Union.




