Man muss ja vorsichtig sein. Nicht zu voreilig, nicht zu schnell. Aber dieses Album ist schon ein ganz schön sensationelles Stück Musik. Es läuft und läuft und wirklich in jeder nächsten Runde kann man es fühlen und fühlt sich dabei gut und fühlt etwas anderes. Bemerkt etwas anderes und mag etwas anderes. Und mag dabei trotzdem: alles.
Puscifer, die gar nicht mehr neue Band von Maynard James Keenan, ebenfalls Kopf von Tool und A Perfect Circle, die er mit der ebenfalls singenden Carina Round und dem Musik machenden Mat Mitchell betreibt, und die jetzt schon ihre fünfte Platte an den Start bringt. Und eine Platte, die ganz viel ist. Nur kein Witz, kein Comedy, kein Projekt. Mehr so: Kunst.
Clevere Kunst, mit Augenzwinkern und trockenem, dunklen Humor zwar, aber gleichzeitig sehr berührend, sehr faszinierend. So spannend! Man hört und hört nur. Man saugt die Musik auf, die natürlich von Keenans Stimme geprägt wird. Aber erst zu dritt wird Puscifer draus, erst zu dritt wird sie besonders. Mehrstimmig, vielfältig, immer überraschend. Immer gut.
Irgendwie hat das natürlich alles mit Industrial zu tun, aber diese Band macht so viel mehr aus Gitarren, Synthies und kalter Atmosphäre. Heißen Scheiß nämlich, aufregende Momente, sensationelle Songs. Epochale wie fast schon reduzierte Songs, in denen trotzdem ganz viel steckt. Die uns trotzdem beschäftigen und ganz genau so begeistern. So wie die lauten, die sperrigen, die dunklen und die extra-melodischen. Alle eben. Immer wieder.
„Normal Isn’t“ von Puscifer erscheint auf Puscifer Ent / Alchemy Recordings.




