Ältere Semester mag der Bandname das bisschen Totschlag an ein inzwischen über 30 Jahre altes Album der Goldenen Zitronen erinnern, wer hinter dem ursprünglich aus Meppen stammenden, inzwischen aber in Berlin und Hamburg heimischen Trio allerdings Fans von deutschsprachigem Diskursrock vermutet, liegt komplett daneben.
Auf ihrem inzwischen vierten Album haben sich das bisschen Totschlag – übrigens ein Familienprojekt von zwei Brüdern und ihrem Cousin – einem Sound verschrieben, den das umtriebige Münchner DIY-Label New Basement Fans von Alex G, Beach House oder Radio Dept. empfiehlt. Wir würden der Liste allein schon wegen der ersten beiden Songs „Stupid“ und „Tim“ vielleicht sogar noch Ride hinzufügen.
Auf „0db Headroom“ finden sich deshalb Songs, die der sich immer schneller drehenden Welt sanft schimmernde Klanglandschaften entgegensetzen, die mit einem gewissen Retro-Faktor zwischen Shoegaze und Dream-Pop glänzen und vor 35 Jahren sicherlich auch Alan McGee von Creation Records die Ohren hätten spitzen lassen. Passend zu diesen rückwärtsgewandten Vibes erzählen das bisschen Totschlag textlich aus ihrer Jugend,von Konzertreisen nach Amsterdam und Nächten, die sie auf Bahnhofsbänken verbrachten. Es sind Geschichten vom Verlieren, Herumalbern und Alles-auf-einmal-Fühlen.
Gleichzeitig sorgen manipulierte Samples und ein Hauch von in Richtung Trip-Hop-Ästhetik deutender Elektronik dafür, dass „0db Headroom“ nicht eindimensional klingt, und das führt dazu, dass das bisschen Totschlag am Ende zumindest im Kreise der ähnlich inspirierten deutschen Konkurrenz durchaus hervorstechen.
„0db Headroom“ von das bisschen Totschlag erscheint auf New Basement.



