Die schon wieder? Die schon wieder. Und das ist natürlich auch gut so. Denn wie auch ihr Irgendwie-Best-Of „Blast Off New York“, das erst im vergangenen September erschien, macht auch „Geschwedet“ eine Menge Spaß und ist richtig gut. Auch wenn es wieder keine neuen Song der Hamburger Ska-Punker gibt.
Sie beginnen mit einer fabulösen hektischen-schnellen Version von „All You Fascists Bound To Lose“, das im Original von Woodie Guthrie stammt. Und zocken danach den Nina Chuba-Hit „Wildberry Lillet“. Ein inhaltliches Motto ist da also schwer zu erkennen. Außer eben: Cover only. Rantanplan spielen fremd und spielen hier 15 Songs aus allen Richtungen.
Manches scheint was logisch. Wenn sie zum Beispiel „Durch die schweren Zeiten“ von Udo Lindenberg zocken – und ähnliche Gänsehaut-Momente kreieren. Oder wenn sie Jan Delays „St. Pauli“ spielen, dann passt das zu Rantanplan. Sehr, sehr überraschend dagegen läuft dann plötzlich auch „Kids“ von Mgmt. Aber: funktioniert. Mach mal lauter, lass mal tanzen.
Es liegt in der Natur der Sache und in der Natur der Band, dass man hier ganz oft tanzen kann. Nicht immer, weil Daft Punks „Robot Rock“ irgendwie nur langweilt, dafür aber umso entspannter bei ihrer Version vom James Last-Instrumental „Biscaya“, natürlich etwas doller bei “Vienna Calling“ von Falco und richtig gut zu „Schwere See“, im Original von Element Of Crime, und dem Bob Marley-Brecher „Turn Your Lights Down Low“.
Dazu spielen sie noch Lieder von Funny van Dannen, John Holt, Die Hoechste Eisenbahn und Erobique, spielen nicht noch einmal „New England“, das sie einst auf ihrem 1996er-Debüt gecovert haben, und brauchen keinen roten Faden. Außer: Ska thun. Von anderen. Aber von Rantanplan. Wieder stark. Sehr.
„Geschwedet“ von Rantanplan erscheint auf Hamburg Records./edel.




