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Auch wenn man es auf den ersten Blick kaum glauben mag: Zoh Amba ist eine echte Urgewalt. Obwohl gerade einmal 26 Jahre alt, hat Amba (they/them) nicht nur als Saxofonist:in auf den Spuren des großen Peter Brötzmann in der New Yorker Freejazz-Szene und bei unvergesslichen Auftritten bei der Monheim Triennale und oder im Kölner Stadtgarten für Furore gesorgt, sondern inzwischen auch den Weg zurück zum ersten Instrument, der Gitarre, und zum Songwriting gefunden.
„Eyes Full“ heißt Ambas erstes Album für Matador Records, das Anfang Juni erscheint und bei zwei Auftritten im November hierzulande seine Live-Premiere erfährt. Gaesteliste.de freut sich sehr, die von Puschen veranstalteten Konzerte in Hamburg (Aalhaus) und Berlin (Kantine am Berghain) präsentieren zu dürfen.
Dass man diese Auftritte besser nicht verpassen sollte, ist schnell klar, wenn man die Songs auf „Eyes Full“ hört. Tief verwurzelt in Ambas alter Heimatstadt Kingsport in Tennessee, landen diese Lieder zwischen schlingernden Blues, Appalachian-Folk-Einflüssen und einem Hauch punkiger Indierock-Nostalgie und faszinieren dabei mit der gleichen seelenvollen Freigeistigkeit, die Amba auch schon auf Jazz-Terrain ausgezeichnet hatte. Dass Amba kürzlich beim Coachella-Festival sogar mit keinem Geringeren als Iggy Pop auf der Bühne gestanden hat, passt da irgendwie gut ins Bild. In manchen besonders intensiven Momenten glaubt man hier zudem, der Südstaaten-Version von Big Thief zu lauschen.
Als Songwriter:in hatte sich Amba vor zwei Jahren bereits auf „There is A Garden“, dem Album des All-Star-Projekts Beings an der Seite von Legenden wie Shahzad Ismaily (Bass), Steve Gunn (Gitarre) und Jim White (Schlagzeug) versucht, doch jetzt macht sie einen großen Satz nach vorn.
„Eyes Full“ wurde live und ohne Overdubs in den Drop of Sun-Studios in Asheville, North Carolina, eine Stunde von Ambas Heimatstadt entfernt, aufgenommen. Ambas bester Freund Kevin Hyland spielt E-Gitarre während der bereits erwähnte Jim White, den Amba vor Jahren auf den Straßen New Yorks kennengelernt hatte, auch hier an den Drums sitzt.
Entstanden sind dabei Songs, die, wie es in den Pressematerialien so treffend heißt, klingen wie vom Moonshine-Schnaps berauscht und so spielerisch den Weg von zärtlich zu energisch finden, wie das einst ähnlich brillant auch Julien Baker gelungen ist (die, vielleicht nicht ganz zufällig, auch aus Tennessee stammt).
Lange war Amba der Überzeugung, dass auch rein instrumentale Musik die Seele erreichen könne und Transzendenz ohne Sprache erreichbar sei. Doch es drängten sich immer öfter Worte in den Vordergrund. Beim Saxofonspielen fühlte sich Amba himmelwärts getragen: der Körper in Flammen, Tränen in den Augen – Musik als direkte Verbindung zu Gott. Doch bei aller Ekstase blitzten auch immer dunkle Kindheitserinnerungen auf.
Die Gitarre wurde dabei zu einem Weg, diesen Bildern direkt zu begegnen. Sie auf Augenhöhe zu halten, statt vor ihnen zu fliehen. Amba sang sich quer hindurch und stieß so auf fesselnde Coming-of-Age-Songs und eine spannenden Sinnsuche jenseits der Klischees des Bible Belts der Südstaaten.
Die Konzertdaten in Deutschland:
02.11.2026 Hamburg, Aalhaus – Tickets
03.11.2026 Berlin, Kantine am Berghain – Tickets
Der Vorverkauf startet am 08. Mai 2026 um 10.00 Uhr




