Es tut weh. Es schmerzt sogar außerordentlich. Es belastet, es macht traurig, es zieht einen unfassbar tief runter. Es macht einen fassungslos, es macht Angst, es macht riesige Angst, noch größere Sorge. Es ist doch einfach alles kacke gerade. Und es wird auch nicht besser, wenn Fjørt darüber singen. Gut und wichtig ist es natürlich trotzdem.
Fjørt singen von uns und vom Jetzt. „Wir leben in Hakenkreuzzeiten“ singen sie und vom Fascholand, von „Die Hoffnung ist ein Schlachtfeld, ich habe nichts in der Hand, wenn es Nacht wird“ oder einfach „Kopfschuss, vergiss mich“. Und das ist nicht mal alles, auch anderes Elend da draußen wird verarbeitet. Vielfalt? Viel Frust.
Viel Begeisterung. Denn was sie machen, das machen sie wieder so außergewöhnlich aufregend. Vielleicht sogar noch aufregender als bisher. Noch überraschender und spannender. Post-Hardcore, klar. Punkrock, Postrock, Popmusik. Alles vermischt sich, vereint sich und wird zu einem musikalischen Meisterwerk. Einer Platte, die man nicht ausmachen oder gar weglegen möchte. Mehr, mehr, her damit.
Auch hier klingen Fjørt sperrig und roh, natürlich wütend und wild und auch weiter anstrengend. Sie explodieren und zerstören, sie frickeln, verwirren und toben. Aber gefühlt treffen sie damit schneller in Herz und Kopf, als sie es bisher getan haben. Man fühlt den Song schneller, spürt die Schönheit und versteht das Konstrukt minimal leichter. Anderes, wie zum Beispiel „Yin“, klingt dann auch noch anders, ohne nicht wie Fjørt zu klingen.
Elf Lieder sind auf „Belle Époque“. Keines ist einfach nur ein Lied. Jedes ist eine Aufgabe. Und ein Abenteuer. Auf einer aufregenden, aufwühlenden und manchmal anstrengenden Platte. Einer außergewöhnlichen tollen und wichtigen Platte.
„Belle Époque“ von Fjørt erscheint auf Grand Hotel van Cleef/Indigo.




