Auch wenn es jetzt nicht so besonders originell ist, funktioniert es dennoch ganz prächtig: Der weitgereiste britische Troubadour Joe Edwards dokumentiert auf diesem in Nashville produzierten Debütalbum sein unstetes Leben als Troubadour im Stil etwa eines Highway 61-Travelogues. Dabei erfüllte sich Edwards gleich mehrere seiner Musikantenträume und begab sich mit seinem Bruder Alex unter die Fittiche von Produzent Steve Dawson in die Music-City, um dort seine Songs mit Unterstützung einige versierter lokaler Studiocracks als eine Art Rundumschlag in Sachen aller möglichen Americana-Styles einzuspielen. Und das vollkommen independent. Dabei verausgabte er sich so sehr, dass er DANACH eine Crowdfunding-Aktion einstielen musste – aber nicht um die LP zu refinanzieren, sondern um Geld für einen Van zusammenzukratzen, um auf Tour gehen zu können. Zu dumm, dass ihm nun der Lockdown dazwischen gekommen ist – was freilich nichts an der Qualität des bereits fertig gestellten, brillanten Songwriter-Albums ändert. Übrigens präsentiert sich Edwards hier weniger als junger Wilder, sondern stattdessen mit heiterer Gelassenheit als relaxter Beobachter mit Sinn für subtile Zwischentöne.
„Keep On Running“ von Joe Edwards erscheint auf Tiny Mountain.




