Seine „Kopfvilla“-EP haben wir hier im vergangenen Jahr ganz gut abgefeiert. „Herrlich unpeinlich“, nannten wir sie. „Sehr entspannt, aber nicht übertrieben poppig und vor allem ziemlich gut und eben einfach mal gekonnt und überraschend reif.“ Nun gibt es das Ganze auf voller Länge und wieder gefällt es, was Sierra Kidd hier macht. Weil er im Grunde genau da weitermacht, wo er damals aufgehört hat. Und auch als „Nirgendwer“ für poppigen HipHop mit nachdenklicher Note steht, für persönliche Texte und wenig Prolls und Posereien.
Doch so gut das auch ist und so schwer es auch fällt, dass schon wieder schreiben zu müssen: Cro ist nicht weit weg. Diese bei aller Melancholie musikalische Lockerkeit, dieser gesunde Pop und diese ebenso gesunde Naivität, all das erinnert an den Mann mit der Maske. Nur schafft der es, die Spannung über ein ganzes Album zu halten, Sierra Kidd schafft das nicht. Trotz Prinz Pi, trotz toller Ideen. Denn so gut jeder Song für sich auch ist, mit der Zeit wiederholt er sich. Oh, Liebeskummer? Drama? Sie ist weg? Haben wir kapiert. Und auch was die Tracks angeht, folgt der 17-Jährige gerne einem ähnlichen Schema. Auf der EP fiel das nicht auf, da darf man das machen. Auf einem Album eigentlich nicht.
„Nirgendwer“ von Sierra Kidd erscheint auf BMG/Groove Attack.




