Wie an dieser Stelle schon öfter erwähnt: Die North Mississippi Allstars sind so etwas wie die Blaupause einer Live-Band. Das schlug sich bislang auch insofern immer auf den Studioscheiben nieder, als dass es den Gebrüdern Dickinson und Kumpel Chris Chew nie so recht gelang, die Faszination ihrer Live-Shows auf Tonträger zu bannen. Bis dann die versöhnliche Live-Scheibe „Hill Country Revue“ herauskam. Und siehe da: Scheinbar war das der Befreiungsschlag, den die NMAs brauchten, um aus dem eingefahrenen Schema ausbrechen zu können. Auf „Electric Blue Watermelon“ klingt jeder einzelne Track verschieden – und jeder ist auch auf seine Art gut. Sicherlich ist der Blues nach wie vor die Basis, aber anstelle von Standard-Blues-Rock-Kost – wie bislang – gibt es auf ein Mal auch Folk(lore), Funk, Hip Hop, Rock und Dixie-Sprengsel zu beobachten. Dazu passen Gäste wie der Rapper Al Kapone und eine Blaskapelle. Die NMA wachsen auf diesem Album auf natürliche und unspektakuläre Weise über sich selbst heraus – ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Das ist Roots-Musik, wie man sie aufrichtiger, perfekter und (trotz allem) schnörkelloser kaum hinbekommen könnte!
„Electric Blue Watermelon“ von North Mississippi Allstars erscheint auf Cooking Vinyl/Indigo.