Dieses Album ist wundervoll. Daher ist es unverzichtbar für Fans der Kultcomics über Mumin von Tove Jansson (auf deren Geschichten zwei der Tracks hier beruhen). Und für die von Progrock, bei dem die erste Silbe wirklich noch für mutige Schubladenvermeidung, permanente Weiterentwicklung und der musikalischen Überlegenheit steht, die all das überhaupt erst ermöglicht. Ritual also. Der Clou: Bei diesem ebenso wie die letzte Veröffentlichung „Think Like A Mountain“ spontan durchgehend überzeugenden Werk handelt es sich um das lange nur schwer oder gar nicht erhältliche Debütalbum der sympathischen Schweden. Darauf wäre man ohne freundliche Liner-Notes aber vermutlich gar nicht gekommen, denn fast jedes Ritual-Stück ist ohnehin sein eigenes Genre, so dass eine zeitliche Lokalisierung schwer fällt: „The Way Of Things“ etwa kombiniert Skandinavierfolk (das Album ist, wie das hübsche, reichhaltige Booklet stolz vermerkt, „entirely made of wood“) mit der Sorte Humor, die zu Zeiten der Small Faces in britischen Poprock noch aufzufinden war%3B „A Little More Like Me“ kultiviert etwas von der liebenswürdigen Verschrobenheit der Prog-Urväter Gentle Giant%3B „Solitary Man“ rockt durchs Gelände, dass es nur so eine Art hat%3B „Dependance Day“ lebt von den Klangfarben der von Fredrik Lindqvist gemalten Flötentöne%3B „Big Black Secret“ bedient die große Klaviatur symphonischen Artrocks à la Yes – und wer schließlich wissen will, wie eine Mumin-Geschichte (siehe oben) KLINGT, muss sich einmal den „Seasong For The Moominpappa“ zu Gemüte führen. Märchenhaft.
„Ritual“ von Ritual erscheint auf Tempus Fugit/SPV/InsideOut.