Der Gedanke ist ja ganz nett: Eine Scheibe mit Cover-Versionen, die eben NICHT dem typischen R’n’B-Umfeld entspringen, in dem Natalie Cole sich ansonsten bewegt. Die Frage ist nur, wie die Fans auf Namen wie Fiona Apple oder Shelby Lynne reagieren oder ob sie Neil Youngs „Old Man“ oder Kate Bushs „Man With The Child In His Eyes“ im selben Kontext sehen können, wie die Freunde dieser Songs selber. Was unter dem Strich bleibt, ist eine Pop-Scheibe, die wirklich großartig klingt. Neben Natalie Coles Stimme in ungewohntem Setting gibt es des Weiteren eine greifbare, unglaublich ausgefeilte Produktion, die aber dennoch keineswegs steril klingt, sondern sehr lebendig und fast greifbar im Raume steht. Und die o.a. Tracks gehören dabei ganz klar zu den Favoriten dieser Scheibe – einfach deswegen, weil sich Natalie Cole am weitesten über ihren sonstigen musikalischen Tellerrand beugt. Und: Es wurde nichts kaputt gemacht oder verbogen, sondern dem einen oder anderen Stück auch durchaus interessante neue Aspekte abgerungen.
„Leavin’“ von Natalie Cole erscheint auf Verve/Universal.




