In den 80er Jahren gab es mal eine kurzlebige, weitestgehend falsch verstandene und fehlbesetzte musikalische Bewegung, die „New Romantics“ getauft wurden. Das waren anämische Herrschaften, die melancholisch verklärten Synthie-Pop machten, der mit klassischen Elementen spielte. So etwas machen auch Christian Illi und Ron Flieger alias Chau Chat. Natürlich wissen die Herren, dass nachher musikalisch noch einiges möglich wurde, was den Pionieren von damals nicht zur Verfügung stand – und deswegen klingen ihre Elaborate ernsthafter (und ernstzunehmender) und grundweg cleverer als das, was früher versucht wurde. Es gibt klassische Strukturen (etwa indem die Sache Suiten-artig aufgebaut ist), Arrangements, die zumindest orchestral angedacht sind, eine Art von New Wave Pop mit Goth-Ästhetik, die dem moribunden Charakter der ganzen Chose durchaus gerecht wird. Das Ganze bleibt dabei durchaus feinsinnig, vermeidet jeden Anflug von Kitsch und ist durchaus durchdacht und intelligent inszeniert. Allerdings kommt das dann auch ziemlich akademisch und abstrakt daher. Pop-Musik sieht anders aus. Immerhin: Freunde der o.a. Stilrichtungen können nicht viel falsch machen, wenn sie sich mit Chau Chat beschäftigen.
„Le Début“ von Chau Chat erscheint auf Dienje/Rough Trade.




