Japanische Acts findet man in unseren Breiten ja nicht so viele. Und wenn, dann sind es entweder Visual-Kei-Monstren oder solche, die sich westlichen Klanggewohnheiten angenähert sind. Bei Shugo Tokumaru ist die Sache nicht so ganz einfach. Zwar verwendet der Tokyoter Songwriter Shugo Tokumaru auf diesem vierten Album durchaus gewöhnliches, westliches Instrumentarium – allerdings ungewohntes: Neben Gitarre und Drums setzt er auf Akkordeon, allerlei Klöppelinstrumente und Spielzeug-Sounds. Musikalisch hat er eine ganz eigene Ästhetik entwickelt, die zwar mit Pop-Elementen spielt, die aber auch klassischen, japanischen und avantgardistischen Klangideen gegenüber nicht unaufgeschlossen ist. Das Ergebnis klingt zwar eigenartig – und zwar nicht aufgrund Tokumaru Sans japanischem Gesang, sondern aufgrund der seltsamen Stop & Go Struktur seiner Nummern – aber nicht grundsätzlich uninteressant. Da Tokumaru auch ein eher sanftmütiger Sänger mit einer gewissen Vorliebe für naives Liedgut ist, ist die Sache auch nicht so anstrengend, wie vieles, was seine westlichen Kollegen auf dem Prog-Sektor so fabrizieren, mit dem er geistig zumindest auch verwandt ist. Kurz gesagt: Toumuaru passt ganz gut in den musikalischen Indie-Gemischtwarenhandel, den das Label Souterrain Transmissions da gerade so aufbaut.
„Port Entropy“ von Shugo Tokumaru erscheint auf Souterrain Transmissions/Rough Trade.




