Eine schöne Überraschung bescherte uns Suzan Köcher aus Solingen 2017 mit ihrer Debüt-LP „Moon Bordeaux“. Erdreistete sich die energische Person…
Eine schöne Überraschung bescherte uns Suzan Köcher aus Solingen 2017 mit ihrer Debüt-LP „Moon Bordeaux“. Erdreistete sich die energische Person doch, eine klassische, psychedelische Folkpop-Scheibe hinzulegen, wie sie selbst eingeborene Altvordere selten ein Mal in der gebotenen Qualität hinbekommen hatten. Dass es sich bei diesem Werk um keinen Zufallstreffer handelte, machte Suzan im Folgenden deutlich,…
Platte der Woche KW 45/2019 Als Tahlia Barnett (Formerly Known As Twigs) ungefähr 2011 begann, erste musikalische Elaborate zu veröffentlichen, nachdem sie zuvor nur als Tänzerin in Erscheinung getreten war, schien die junge Dame aus Gloucestershire einen konkreten Plan zu haben. Ihre Veröffentlichungen nannten sich „EP1“, „EP2“ und „LP1“. Hier suchte sich FKA Twigs einen…
Bereits auf seinem letzten Album „Skeleton Tree“ setzte sich Nick Cave mit dem Unfall-Tod seines Sohnes Arthur auseinander. Damals war die Wunde aber wohl noch zu frisch als dass er in der Lage gewesen wäre, dem Thema eine geeignete künstlerische Perspektive abzugewinnen – zumal Arthur während der Aufnahmen des Albums verunglückte. Mit zwei Jahren Abstand…
Als das Londoner Trio Girl Ray 2017 das Debütalbum „Earl Grey“ herausbrachte, waren Poppy Hankin, Iris McConell und Sophie Moss gerade dabei, die Wunderwelt des Indie-Pop für sich zu entdecken – hatten allerdings damals schon Ambitionen, die über die Street-Credibility vieler Kolleginnen hinausgingen (und weniger Skrupel sich der Pop Musik zuzuwenden obendrein). Auf dem nun…
Eulen nach Athen zu tragen, dauert halt manchmal 45 Jahre. Denn 1974 veröffentlichte der Ur-Byrd Gene Clark sein Magnum Opus „No Other“ – und definierte damit zum wiederholten Mal das, was man heute Americana nennt nach seinen eigenen Regeln. Das, was heutzutage hunderte von Nachfolgern ohne Nachzudenken oder abzuwandeln in immer wieder ähnlichen Konstellationen raushauen,…
Dass aus Josienne Clarke jemals eine ernsthafte Popmusikerin werden könnte, steht auch nach diesem neuen Solo-Album nicht zu befürchten. Und das, obwohl Josienne hier zugänglicher und vor allen Dingen geradliniger zu Werke geht als je zuvor. Das liegt unter anderem auch daran, dass sie hier keineswegs Liebeslieder zelebriert, sondern – wie sie selbst sagt –…
Auf Lesley Kernochan ist Verlass. Nicht in dem Sinne, dass man voraussehen könnte, was in ihrem Kopf gerade vorgeht und was sie etwa als Nächstes im Schilde führte, sondern in jenem Sinne, dass jede ihrer Veröffentlichung eine Art musikalischer Überraschungstüte darstellt. Bisher hantierte sie souverän mit Genres wie der Country-Musik (auf dem letzten Werk „Calm…
Also die Sache ist die: Auf ihrer dritten LP-Veröffentlichung zeigt Lucy Dacus eine ganz andere musikalische Seite ihrer selbst als jene, die man von den beiden vorangegangenen LPs, ihren Live-Shows und auch von Boygenius her kennt. Hier dominieren auf ein Mal akustische oder halbakustische Arrangements, hier hantiert Lucy mit Keyboards und Streichinstrumenten und hier gibt…
Ein bisschen gemein war das ja schon, was wir vor jetzt auch schon sieben Jahren über „American Soul“, das Solo-Album von Mick Hucknall schrieben: „Mick Hucknall hat ein Problem. Gehabt. Denn der Kerl verfügt über eine durchaus starke Stimme, mit seiner Band bzw. für seine Band Simply Red aber musste er eine Menge schlechter Lieder…