Die schwedische Songwriterin Amanda Bergman beschreitet ihre Laufbahn in Kapiteln: Diese startete sie 2010 unter den Pseudonymen Hajen und Idiot Wind, gründete 2013 die Band Amason (die bis heute aktiv ist), arbeitete dann eine Zeitlang mit ihrem damaligen Ehemann Kristian Matsson a.k.a. The Tallest Man On Earth, veröffentlichte 2015 ihr Debütalbum „Docks“ unter eigenem Namen, nahm sich anschließend eine Auszeit von zehn Jahren, in denen sie sich um private Angelegenheit kümmerte und Mutter wurde. Erst 2024 widmete sie sich mit dem Album „Your Hand Forever On My Fever“ (auf dem sie sich mit dem Tod ihres Vaters auseinandersetzte, den sie bis zu dessen Ableben gepflegt hatte) wieder zu ihrer Laufbahn als Songwriterin zurück. Das neue Werk „Embraced For A Second As We Die“ spiegelt nun ihre Erfahrungen, Eindrücke und Emotionen wider, die die Zeit seit der Veröffentlichung dieses Albums bestimmten.
Schon der Titel des Werkes macht deutlich, dass sich der Themenkreis erneut um die Themen Tod, Vergänglichkeit im Allgemeinen und Verlust bzw. Verlustängste dreht. Logischerweise spiegeln sich diese Themen musikalisch insofern wider als dass die Songs von einer nachdenklichen und melancholischen Note getragen werden. Amandas musikalische Roots als Folk-Künstlerin schlagen sich in eher asketisch inszenierten Songs wie „Never Known Like That“ oder der klassischen Piano-Ballade „A Mindless Dark“ zwar noch gelegentlich durch – es sind aber die jazzigen Laurel-Canyon bzw. Westcoast Vibes, die das Album in Wesentlichen prägen. Dabei referenziert Amanda – ob bewusst oder unbewusst – eher den pulsierenden Fleetwood Mac Groove der 70er Jahre als etwa die verstiegenen Harmoniefolgen einer Joni Mitchell (wie es vielleicht zu erwarten gewesen wäre) und spart auch nicht mit Referenzen auf das Golden Age des Westcoast-Sounds.
Mit der Reihenfolge der Songs – die vom eher zweifelnd angelegten „Common, Like The End“ zur versöhnlichen Resolution im abschließenden Song „The Moon In E Minor“ führt – geht Amanda Bergmann auf ihre persönliche Bildungs/Helden/Selbsterfahrungs-Reise, die sie zur Erkenntnis führt, dass angesichts der sich präsentierenden Unbilden des Lebens einzig die Musik zum heilenden, spirituellen Glauben an den Sinn des Lebens führen kann. Eine Erkenntnis, zu der jeder gewiefte Songschmied, der etwas auf sich hält, irgendwann ein Mal kommen sollte.
„Embraced For A Second As We Die“ von Amanda Bergman erscheint auf The Satchi Six & Arketyp




