Man muss sich drauf einlassen. Vielleicht etwas Geduld mitbringen und dann diese Platte hören. Mehrfach, bewusst, lieber lauter als leiser. Und dann beginnt sie zu wirken. Dann spürt man sie und mag sie. Der Titel ist also Unsinn.
Auch wenn der natürlich einen anderen Grund hat. Zitat Promo: „Eine Antwort auf eine Welt, die brennt“. Wie schön wäre es für den Übergang, wenn Gavial, eine Band mit Wurzeln in Berlin, Dresden und Leipzig, dann hier auch ein Feuerwerk abbrennen würden. Brennen sie aber nicht. „Control“ eröffnet schleppend. Schwer, träge, stoisch. Psychedelic Rock mit erhöhtem Nerv-Faktor. Noch mal und noch mal. Aber auch ganz geil. Danach denkt man dann kurz an Kula Shaker, später holen sie auch noch den Blues aus dem Keller, den sie dann obendrauf noch fast schon doomig zelebrieren („Grow“). Und selbst das wirkt irgendwann. Aber das reicht der Band nicht, auch die ellenlangen Songs reichen ihnen nicht (kurz wäre ja auch viel zu knackig). Sie spielen am Ende tatsächlich „Wicked Game“ von Chris Isaak. Andere hätten es versaut, weil der Song eine Legende ist. Gavial aber machen ein über sieben Minuten langes Vergnügen daraus. Anders als bei den anderen sechs Songs allerdings schon beim ersten Hören.
„Thanx, I Hate It“ von Gavial erscheint auf Exile on Mainstream Records.




