Blackwater Holylight gehören zu den Bands, die ganz genau wissen, was sie wollen, und stellen deshalb nicht wie so viele andere Künstlerinnen und Künstler ihrer Generation den Wunsch nach stetiger Veränderung in den Mittelpunkt. Das inzwischen vierte Album der einst in Portland, Oregon, aus der Taufe gehobenen Band unterstreicht das einmal mehr eindrucksvoll.
Nach dem Ausscheiden von Sarah McKenna zum Trio geschrumpft, suchten sich Sunny Faris, Laura Hopkins und Cat Hoch in Los Angeles ein neues Zuhause. Doch auch wenn das allem Anschein nach passierte, um der Düsternis des pazifischen Nordwestens und dem beruhigenden Komfort der Vertrautheit zu entfliehen, wie es im Waschzettel der Plattenfirma so treffend heißt, bleiben sich Blackwater Holylight auch auf „Not Here Not Gone“ klanglich treu, und auch die kalifornische Sonne scheint hier nicht wirklich durch, wenn sofort beim tonnenschweren Opener „How Will You Feel“ dunkle Regenwolken aufziehen.
Viel lieber präsentieren sich die Damen auch dieses Mal als Wolf im Schafspelz, wenn sie memorable Pop-Melodien in eine erfrischend raue Ästhetik zwischen Grunge, Stoner Rock und Doom-Rock kleiden. Bei Songs wie “Bodies“ oder „Spades“ kommt dann noch ein Schuss Psychedelia dazu, während „Into The Void“ zumindest anfangs mit Dream-Pop-Luftigkeit überrascht.
Dabei ist es aber nicht das Händchen für Eingängigkeit allein, das Blackwater Holylight aus der Masse ähnlich inspirierter – und gerne mit vollbärtigen Männern besetzten – Bands herausstechen lässt. Vor allem ist es der oft sirenenhafte Gesang und der schwer in Worte zu fassende female touch, der hier im Spannungsfeld von Selbstbewusstsein und Ungewissheit für die besondere Note sorgt.
„Not Here, Not Gone„von Blackwater Holylight erscheint auf Suicide Squeeze/Cargo.




