Wir können es kurz machen: Hinter dem Projektamen Caro befindet sich niemand anderes als die niederländische Musikerin Caroline van der Leeuw, die vormals als Caro Emerald Erfolge auf dem Retro Jazz- und Soul-Pop-Sektor feierte und unter dem „Zwischentitel“ The Jordan agierte, nachdem sie das Emerald-Projekt 2022 an den Nagel gehängt hatte.
Das Album steht dabei ganz unter dem Zeichen eines Befreiungsschlages. Bereits mit dem Projekt The Jordan hatte sich Caro losgesagt von den Zwängen, Nöten und Verpflichtungen, die mit einem erfolgreichen Pop-Projekt einhergehen. Bereits mit dem 2023er The Jordan-Album befreite sie sich vom Big-Band und Swing-Sound und produzierte eine Pop-Scheibe. Mit dem Projekt Caro geht sie nun noch einen Schritt weiter und suchte nach einer eigenen musikalischen Sprache, die im Grenzbereich zwischen R’n’B-Sounds, New Wave-Elementen, E- und Artpop fand.
Der Titel des Albums deutet bereits an, dass es hier musikalisch um einen Neustart und eine Rückkehr zum Wesentlichen geht. Bemerkenswert dabei ist der klare Fokus auf die Songstruktur und eine geradlinige stilistische Ausrichtung, die ganz ohne Schnörkel und modische Sound-Accessoires auskommt, ohne dabei steril zu wirken. Und inhaltlich begibt sich Caro auf die Suche nach dem Selbst, nach Empowerment „I Call The Shots“, auf ihre Selbstwahrnehmung („Superstar“, „Greatness“) und ihre Rolle als Frau und Mutter im Allgemeinen („Woman“) und Besonderen („Mama“). Um spirituelle und religiöse Bezüge geht es in Songs wie „Goddess“ und in „The Promised Land“ wird eine schöne Utopie ausgelobt.
Das hat alles gar nichts mehr von der oft dezidiert klischeehaft ausgeführten Musik von Caro Emerald und steht für einen gelungenen Reset, der mit Zuversicht in die Zukunft weist. Es scheint, dass Caro also immer schon aus den richtigen Gründen Musik gemacht hat, aber erst jetzt eine Möglichkeit gefunden hat, sich auf der künstlerischen Ebene kompromisslos um die eigenen Belange kümmern zu können.
„Return To Innocence“ von Caro erscheint auf Anti Records.




