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So viel zu entdecken
Neben dem eigentlichen Left Of The Dial-Festival existiert noch das The Official Unofficial-Festival – das am Freitag und Samstag jeweils tagsüber vor dem jeweiligen LOTD stattfindet. Es ist eigenständig in allen Belangen, ist kostenlos und natürlich findet man dort LOTD-Bands wieder – und es wird gegenseitig Werbung gemacht. Win-Win. Auf jeden Fall eine schöne Gelegenheit für alle, die kein LOTD-Ticket besitzen.
Im sehr gut gefüllten Stalles Club waren dann zur Mittagszeit La Flemme startbereit – aus Marseille angereist, ging die Band direkt in die Vollen; wir reden hier von energetischem Garage-Pop-Rock mit viel Bewegung auf und vor der Bühne. Das hat auf jeden Fall alle wachgerüttelt und gut in den stürmischen Tag gebracht.
Weiter zum Karaoke Club Uniek, wo AtticOmatic aus Brighton auf der Bühne standen – die äußerst sympathische Band um Lorcan Forder und Kamran Kaur (die sich den Gesang je nach Song aufteilen) konnte mit ihrem eigenwilligen Mix aus Indie, Folk, Dream-Pop begeistern, und in der ersten Reihe hatten sie auch eine sehr junge Zuhörerin, worüber vor allem Kamran schmunzeln musste.
Apropos: Gitarrist Ollie White musste wie viele andere Bands, die zum LOTD eingeladen wurden, von der Stadt, den Leuten und überhaupt allem schwärmen, konnte sich dabei auch nicht den kleinen Seitenhieb in Richtung seines im Publikum anwesenden Vaters verkneifen: „Mein Vater und ich sind schon auf so vielen Konzerten zusammen gewesen, aber wenn ich ihn jetzt da so sehe, mit einer Cola anstelle eines Pints in der Hand, dann wissen wir alle, wie heftig es gestern Abend war. Durchhalten, Dad!“ AtticOmatic sind mal wieder ein weiterer Beweis, dass Brighton viele gute Bands hervorbringt.
Zum Abschluss des The Official Unofficial (für uns zumindest) wurde es dann richtig laut im Stalles – Yoo Doo Right aus Kanada zerlegten den Laden mit einer großen Sound-Lawine. Tiefe Bass-Linien, grandiose Gitarren-Akkorde, ein polterndes Schlagzeug, dazu noch hier und da Synthie-Einsatz und Slide Guitar (natürlich auch hochgradig verstärkt und verzerrt), Space-/Krautrock- und Psychedelic-Anteile waren auch zu vernehmen, das war nochmal auf einem anderen Level als damals auf dem Reeperbahn Festival 2024.
Der LOTD-Freitag startete für uns mit The Healing Power Of Horses aus Cambridge – passend zu „smothering electro shoegaze“ (wie es in der Band-Info heißt) in der Arminius-Kirche. Die Band besteht im Kern aus dem Duo „t“ und „c“ (alles sehr mysteriös), auf der Bühne unterstützt werden sie noch von zwei Kollegen an Bass und Schlagzeug und erzeugen (ähnlich wie Compost Compost Compost tags zuvor) eine ganz eigene Atmosphäre, ideal, um darin komplett abzutauchen und die Welt drumherum auszuschalten.
Im Stalles wartete mit Goodbye bereits die nächste Band aus Brighton, um mit ihrer Version von IndiePop und Shoegaze zu begeistern. Man fand sich sofort in der Musik wieder, schöner, verträumter Gesang von Megan Wheeler, teilweise unterstützt von Sarah Ryan (Synthie, Gitarre). Anscheinend hat sich aufgrund der Enge auf der Bühne eine neue bandinterne Tradition (oder einfach nur ein interner Witz) gegründet, „touch butt“ zwischen Sarah und Bassist Jake Smith, wenn sie Rücken an Rücken spielen. Muss ja nicht immer alles so komplett ernst zugehen.
The Glowworms waren auch sehr entspannt und gut gelaunt, Sänger Dov Sikowitz hat ein großes Mitteilungsbedürfnis, zielt teilweise damit leider etwas vorbei, vor allem, wenn er von amerikanischen Künstlern schwärmt, mit denen die Band Projekte bestritten hat – kennt natürlich niemand in Rotterdam. Naja, musikalisch war es ebenfalls eine recht entspannte Angelegenheit, IndieRockPop mit großen Melodien.
An gleicher Stelle (Arminius Up) wurde es dann noch entspannter und vor allem verträumter als zuvor – mry („Mary“ ausgesprochen) aus England hatten zum Trip in Slowcore-, Shoegaze- und PostRock-Gefilde eingeladen. Leider ist der Raum viel zu hell ausgeleuchtet, dadurch hat die Musik einiges an Magie und Anziehungskraft eingebüßt, vor allem, wenn Sängerin/Gitarristin Alice Mary Bradley in den Flüstermodus wechselt. Auch Sänger/Gitarrist Ed Oaks benötigte einige Zeit, um warm zu werden. Eine falsche oder ungünstige Beleuchtung hat durchaus einen großen Effekt auf das Konzerterlebnis. Wenn man das alles ausschalten kann, kam man trotzdem auf seine Kosten.
Fortsetzung folgt…























