Sind sie jetzt die meist belächelte Band der Welt? Oder doch die unterschätzte? Darf man über Nickelback lachen, muss man das vielleicht oder muss man ihnen eigentlich mal zuhören und wird dann merken, dass sie eigentlich doch ganz schön gut sind? Sind Nickelback wie James Blunt? Oder sind sie James Blunt?
Seit 30 Jahren sind Nickelback jetzt unterwegs, vor 25 Jahren veränderte sich mit „How You Remind Me“ so ziemlich alles. Sie wurden zu Superstars, zur Lieblingsband der einen – und zur Lachnummer für andere. Zum Gesicht für die tatsächlich nicht wirklich schöne Neo-Grunge-Welle mit Bands wie Puddle Of Mudd und Creed. Lange ist es her.
Nickelback gibt es noch. Und man sollte ihnen dafür Respekt entgegenbringen, noch immer ihr Ding zu machen und noch immer unglaublich viele Menschen damit zu begeistern. Gleichzeitig darf man sie natürlich auch weiter ein wenig belächeln. Denn musikalisch bleibt es bei… na ja. Auch die neue Platte ist so solide, so bekannt, so wenig besonders. So gar nicht anders.
Aber der erste Song ist doch so richtig hart! Könnte man sagen. Aber kann man ihnen das abnehmen? „Rattle The Cage“ ist kurz vor Metal, möchte wie Disturbed klingen (was an sich schon mal eine verdammt schlechte Idee ist) und klingt so pseudo-wütend. Lustiger ist der Anfang von „Leave Me Behind“, der kurz an Jon Bon Jovi zu „Blaze Of Glory“-Zeiten erinnert. Und dann doch zum 08/15-Song wird. Wie die meisten hier, wie im Grunde alle. Die Midtempos, die Balladen, sogar „Lift Somebody Up“ ist so einer und das, obwohl hier unter anderem Sammy Hagar von Van Halen und Tommy Lee von Mötley Crüe mitmachen. Sicher, sie alle kann man sich anhören, sie alle tun nicht weh. Aber sie wirken alle so verdammt konstruiert. Gewollt und geplant. Bis zu Ende gedacht und ohne das, was man Rock N Roll nennt. Sie alle sind nicht James Blunt. Sondern Nickelback. Nur Nickelback.
„Everything Under The Sun” von Nickelback erscheint auf Virgin.



