Man könnte den Anfängen hinterher weinen. Den ersten Platten, den ersten Shows, den ersten Erinnerungen. Als die Queens Of The Stone Age nachmittags im Zelt auf dem Hurricane Festival 1999 spielten und mit „Avon“ und „Regular John“ alle euphorisierten, die sich diesen Schweiß gaben. Oder als sie ein Jahr später mit Monster Magnet durch die Clubs reisten und als man irgendwie dabei war, als sie mit und nach „Rated R“ und „Songs For The Deaf“ für eine gewisse Zeit die größte und wichtigste Band der Welt waren. Doch mit der Zeit wurde das alles… anders. Normaler? Stadion-Rock, eine Band für die Massen, ein Sound mit weniger Steinen in den Songs. Wenn auch weiterhin großartig.
Dessert, Stoner, Rock N Roll ist auch „Perfecth” nicht mehr, aber in den Stadien kann man sich vieles der neuen Sachen auch nicht wirklich vorstellen. Eher so im Keller, im Club, im Festival-Zelt. Weil sicher nicht alles, aber doch vieles hier eher ruhig, nachdenklicher und dabei manchmal auch so herrlich schräg ist. Weil Josh Homme hier ganz weit weg vom Pop geht, weg von den großen Momenten und dem noch größeren Pathos. Heute wird eher experimentiert, wie andere Sachen funktionieren. Singer/Songwriter, Country, Folk, Indie. Und Disco. Disco?
Queens Of The Stone Age spielen hier den Song „Sunday“ vom Iggy Pop-Album „Post Pop Depression“. Josh Homme sagt: „Die Sache brauchte ein wenig freudiges Brodeln, auch wenn der Text eigentlich fragt: ‚Wozu das Ganze?‘ Ich hatte den Song zunächst genauso gesungen wie Iggy, und das fühlte sich falsch an. Dann fand ich einen Zugang, der eher in Richtung French Disco ging. Eine ziemliche tanzbare Version.“
Anderes dagegen ist ganz… anders. Introvertiert und alleine auf einem Hocker sitzend kann man sich „From The Cliff“ vorstellen, „Phantom Limb“ kommt bei aller QOTSA-DNA mit Weezer-Vibes und „Insignificant Other“ hat den Blues, der „Mono“ zum Song werden lassen würde. So sind es vertonte Emotionen, sind es Sounds und Effekte, die manche lieben werden. Und manche vielleicht auch nicht. Alle werden den Mut der Band und ihre Lust auf Neues bewundern und respektieren. Alle sollten sich mal “Perfecth” von Queens Of The Stone Age anhören.
“Perfecth” von Queens Of The Stone Age erscheint auf Matador/Beggars Group/Indigo.




