Man muss sich auch mal Zeit lassen. Alles erstmal sacken lassen, den Kopf frei kriegen, nicht immer nur zack, zack, zack. Dachten sich Mike Kerr und Ben Thatcher und ließen drei Jahre seit “Back To The Water Below” vergehen. Hat sich gelohnt. „Dead Company“ tritt mächtig Arsch!
Der Titeltrack eröffnet. Und das tut er hymnisch, aufregend, mitreißend. Ein grandioser Track, der die ganze Klasse der Band zeigt. Bestehend aus dem Besten aus Garage, Stoner und dazwischen, dabei immer mit dieser butterweichen Eingängigkeit und großartigen Melodik, Musik für die Massen, ohne für die Massen zu sein.
Seit 15 Jahren gibt es Royal Blood, 2015 und 2018 bekamen sie einen BRIT Award, 2023 waren sie mit Muse auf Tour. Popstars sind sie aber bis heute nicht. Das sind The Black Keys und die Queens Of The Stone Age. Royal Blood sind dafür viel zu konsequent. Wahrscheinlich. Sicher haben sie zehn fantastische Lieder auf ihre neuen Platte gepackt. Druckvolle, dreckige, rohe Lieder. Und andere.
Nicht, dass nicht jeder Song fuzzt und groovt. Das tut er schließlich. Auch hat jeder dieses royalbloodische. Siehe oben. Doch wenn der eine mal mit mehr Tempo kommt und man kurz an Punkrock denkt, lässt der andere ein wenig mehr Classic Rock zu. Wenn sie hier mal mehr stampfen und stoischer ihren Dampf ablassen, klingt anderes fast schon versöhnlich, kurz vor entspannt. Ist „Take Em All“ ganz schön lässig? Aber so was von. Weil ja nicht immer alles nur zack, zack, zack gehen muss.
„Dead Company“ von Royal Blood erscheint auf Warner Records.



