„Sie sagen, home is where the heart is – ça n’existe plus“ heißt etwa eine Zeile aus dem Song „Home“ – seines Zeichens so etwas wie der Signatur-Track des Solo-Debüt-Albums der Frontfrau des deutsch/französischen Indie-Pop-Outfits Jalta Club. So etwas lässt aufhören, denn selbst schweizer Acts (die in dieser Hinsicht ja ziemlich beschlagen sind), trauen sich für gewöhnlich ja nicht drei Sprachen innerhalb eines Songs – geschweige denn innerhalb einzelner Textzeilen – gleichzeitig einzusetzen. Zwar wird das Prinzip nicht durchgängig vollständig in jedem Song implementiert (es überwiegen die englischen Sprachanteile) – wichtig ist aber, dass es in jeder der drei Sprachen auf der lyrischen Seite vollkommen überzeugt und im Zusammenhang Sinn mach%3B vermutlich, weil Coco in all diesen Sprachen denken und schreiben kann.
Coco produzierte das Werk zusammen mit Catherine „Missincat“ Barbieri in einem organisch gefärbten, Dowtempo E- und Kook-Pop-Setting, das zum einen durch seine inszenatorische Ökonomie überzeugt – aber auf der anderen Seite auch durch seine melodische und harmonische Fülle. Hier sind Leute am Start, wie wissen, wie man clever strukturierte, zeitlose Pop-Musik (mit einem melancholischen Grundtenor) effektiv inszeniert, ohne dabei den Holzhammer einsetzen zu müssen, sich an Trends und Moden dranzuhängen oder auf preiswerte Effekte zu setzen. Laute Töne oder Up-Tempo-Beats brauchen Coco und Missincat also nicht. (Also außer vielleicht in dem Track „Membran“, in dem ein Vokal-Effekt auf Cocos Stimme für ein unwirkliches Alter-Ego-Flair sorgt.) Eigentlich hätte das Team ja auch noch auf die Idee kommen können, auch noch ein paar Zeilen auf italienisch einzubauen – wir wollen aber nicht unverschämt werden.
„A Place Called Home“ von Coco Aikura erscheint auf Kromatics Production.




