Izzy Glaudini, Halle Saxon Gaines und Lola Dompé a.k.a. Automatic waren mit ihrem zweiten Album „Excess“ – befreit von den Fesseln der Pandemie – eigentlich auf einem guten Weg in Richtung Pop-Musik (Stereogum klassifizierte die Single „New Beginning“ gar als „60s Pop Kitsch“) – indem sie ihren von unerbittlichen Kraut-Motorik getriebenen Songs auch mal einen dritten Akkord und eine angenehme Gesangsmelodie hinzufügten.
Davon sind wir mit Album #3 weiter entfernt als je zuvor. Mal abgesehen davon, dass der Sound des Trios so ganz und gar nicht zu den musikalischen Vibes ihrer Heimatstadt L.A. passt, gibt sich das Trio auf „Is It Now?“ ganz besonders viel Mühe, mit ihrer Musik eben nicht zeitgemäß zu klingen und arbeiteten mit dem Produzenten Loren Humphrey daran, ihren Sound in minimalistischer Hinsicht in Richtung dessen, was sie selbst als „Deviant Pop“ bezeichnen, zu lenken. Das bedeutet, dass der Musik alles „störende“ entzogen wurde und das Ganze hemmungslos auf Tanzbarkeit abgeklopft werden.
Die Tracks bestehen im wesentlichen aus Halle Saxon Gaines pulsierenden Bassläufen und den geradlinig marschierenden Drum-Barrikaden von Loren Dompé. Izzy Glaudini hat da Mühe, mit ihren minimalistischen New Wave Synthie-Vignetten (man denke an Gary Numan) und den Empowerment-Lyrics (die in Songs wie „PlayBoi“ mit Weckrufen wie „Wake Up Destroy!“ zum Widerstand einer zerfallenen Weltordnung aufrufen) überhaupt durchzudringen. Dagegen ist eigentlich grundsätzlich nichts einzuwenden – wenn es denn das erklärte Ziel der Mädels ist. Auch live und im Tanzhaus kommt das bestimmt recht gut. Freilich: Es hätten sich auch coolere Bassläufe und spannendere Drum-Rhythmen finden können, um die Musik auch für Hörer, die nicht tanzen wollen, interessant zu machen – zumal einer der Tracks auch noch „I Don’t Wanna Dance“ heißt und so eine Art Ballade symbolisiert.
„Is It Now?“ von Automatic erscheint auf Stones Throw.




