Post-Rock, Kaputnik-Blues, Grunge-, Power- und Dreampop, Psychedelia und Glam Rock. All das bieten Alaska Reid und Dylan Fraser a.k.a. Witch Post auch auf ihrer neuen EP, der sie den Namen „Butterfly“ gegeben haben. Das wohl nicht ohne Grund, denn das dürfte wohl irgendwie mit dem Thema Metamorphose zu tun haben. Denn während Alaska Reid die Debüt-EP noch als „Strange and scary and lots of fun“ bezeichnete, ist aus der stacheligen Raupe der „Beast“-EP nun eben eine Art musikalischer Schmetterling geworden. Der klingt dann eben auch gar nicht mehr furchteinflößend, sondern durch produktionstechnische Ausformulierung der Extreme (immer am Rande der Übersteuerung) und die stilistische Vielfalt, die das amerikanisch/britische Duo mit seinen Musikern demonstriert betont abwechslungsreich und – dank der konsequent ausformulierten Songs – sogar poppig und zugänglich. Spaß machen tut das dann sowieso.
Wer die Band schon mal live erlebt hat – etwa auf dem letztjährigen Reeperbahn Festival – der erahnt schon, dass eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und je eine Prise wohldosierter Crazyness und performerischer Hysterie der Grund für diese Entwicklung darstellen. Mit Nadelstreifen und Blaumann kann man eben als Künstler nicht reüssieren. Gerade das Wandeln auf des Messers musikalischer Schneide haben Witch Post dabei zum Prinzip erhoben. Vor die Wahl gestellt, sich vernünftig zu gebärden oder alle Vorsicht fahren zu lassen, werden Alaska und Alex immer den Sprung ins Unbekannte wählen. Und dabei klingt das alles noch verdammt gut und hat stets eine solide songwriterische Basis.
Tatsächlich schaffen es Witch Post auf dieser EP (die mit 25 Minuten Spielzeit gar eher den Charakter einer Kurz-LP hat) sieben Hits in sieben verschiedenen songwriterischen und stilistischen Varianten rauszuhauen – und dabei en passant die glorreiche Tradition der Duo-Indie-Rock-Projekte weiter zu führen.
„Butterfly“ von Witch Post erscheint auf Partisan Records.




