Wahrscheinlich jede Künstlerin und jeder Künstler möchte mindestens so ein wenig so sein wie Ecca Vandal. Aber die allermeisten können es nicht nur nicht, sie trauen es sich auch nicht. Ecca Vandal traut sich. Sie macht, was sie will. Egal, ob das Sinn macht, sinnvoll ist oder irgendjemand da draußen versteht. Das Ergebnis ist Chaos, Cross-Over und allerfeinste Unterhaltung. Ist: Kunst.
Ecca Vandal machte früher Jazz, entdeckte dann den Punk für sich und zockt sich jetzt durch den, durch Hardcore, Noise, Rap und schräge Beats und böse Elektronik. Und Platz für Pop findet sie auch immer wieder und zaubert zwischendrin gechillte Sachen wie „Levitate Part 1&2“ auf den Teller.
Anderes ist laut, Lärm und wild, vieles ist hektisch und wirr und ballert natürlich auch mal anstrengend aus den Boxen, ganz oft geht’s auch in den Club, ist düster, hat Groove, Wut und Energie. Für den emotionalen Engtanz alleine.
Doch was sie auch macht, nie lässt Vandal die Melodien aus den Ohren, setzt immer wieder auf eingängige Momente und einfach schöne Musik. Und wer jetzt an Mike Patton denkt, der denkt richtig. Man kann bei “Cruising To Self Soothe” auch mal an die Pixies denken, bei „Molly“ an Hole und Pavement. Und öfter sicher auch mal an frühe Nova Twins. Doch in der Konsequenz und in dieser Klasse und Souveränität und Überzeugung? Einzigartig. Großartig.
“Looking For People To Unfollow” von Ecca Vandal erscheint auf Loma Vista/Universal.



